Sport : Schuften in der Sonne

Vor den Play-offs fliegt Alba nach Mallorca – und denkt nicht an Ludwigsburg

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Burkhardt Prigge ist kein oberflächlicher Mensch. Der Ko-Trainer von Alba Berlin hört seinen Gesprächspartnern genau zu. Nicht einmal eine Floskel am Ende einer Konversation entgeht ihm. Ein nichtssagendes „Viel Spaß auf Mallorca“, wies Prigge kürzlich entschieden zurück. „Das passt nicht so recht.“ Viel treffender fand er: „Frohes Schaffen!“ Prigge will keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass seine Mannschaft im sonnigen Spanien eine Woche harte Arbeit erwartet. Am Dienstag früh fliegen die Berliner in Vorbereitung auf die am 13. Mai beginnenden Play-Offs ins Trainingslager nach Mallorca.

In den vergangenen Jahren hatte sich Alba stets in Bad Saarow vorbereitet, wo Präsident Dieter Hauert ein Hotel besitzt. In diesem Jahr wollten die Verantwortlichen etwas Neues ausprobieren. „Es ist schön, die Möglichkeit zu haben in den Süden zu fliegen“, sagt Trainer Henrik Rödl. Vom Trainingslager verspricht er sich vor allem, dass es den Teamgeist seiner Mannschaft stärkt. „Weil man eben immer zusammen ist.“

Der Trainingsplan selbst unterscheidet sich laut Ko-Trainer Prigge aber nicht von dem, was die Mannschaft zur selben Zeit in Berlin gemacht hätte. Den großen Vorteil sieht er woanders: „Wir werden sehr viel Zeit haben, um mit den Spielern zu sprechen. In Berlin muss man sich immer erst dafür verabreden, das ist umständlich.“ In den Gesprächen gehe es um viele verschiedene Dinge, kaum aber um Ludwigsburg, den Gegner der Berliner im Play-Off-Viertelfinale. „Für die Spieler ist es eher eine allgemeine Vorbereitung. Mit Ludwigsburg beschäftigen wir Trainer uns im Hinterkopf.“

Die Ludwigsburger beschäftigen sich mit Alba momentan wohl noch nicht einmal im Hinterkopf: Am Samstag spielen sie im Pokal-Halbfinale in Frankfurt am Main gegen Köln. Das Finale findet am Sonntag statt. Die längere Vorbereitungs- und Regenerationszeit könnte ein Vorteil für Alba sein, andererseits stört sie den wöchentlichen Spielrythmus der Athleten. In einem möglichen Play-Off-Halbfinale träfe Alba auf Frankfurt oder Quakenbrück. „Mit diesen beiden Teams beschäftigen wir uns derzeit noch weniger als mit Ludwigsburg“, sagt Prigge. Besonders gerne werden sich die Berliner ohnehin nicht an diese Teams erinnern: Gegen beide Mannschaften verlor Alba in der Rückrunde deutlich. Die Heimspiele in der Hinrunde konnten dafür jeweils gewonnen werden.

Durch den ersten Platz nach der Vorrunde, den sich Alba am Sonntag Nachmittag durch ein 104:88-Sieg gegen Trier sicherte, haben die Berliner im möglichen fünften und entscheidenden Spiel jeder Runde Heimrecht. In dieser Spielzeit für Alba ein sehr wichtiger Umstand: Die Berliner haben all 15 Bundesliga-Heimspiele der Saison gewonnen. Auswärts gelangen dem Team dagegen nur sieben Siege bei acht Niederlagen. „Die Liga ist in diesem Jahr ausgeglichen wie selten zuvor, da sind Auswärtssiege extrem schwierig“, sagt Trainer Rödl.

Das nächste Auswärtsspiel wird wohl wieder sehr anstrengend werden für die Spieler von Alba: Am Freitag, so ist es geplant, wird in der Hitze von Mallorca eine Trainingspartie stattfinden. Flügelspieler Tanel Tein sagt: „Alle glauben, das wird eine muntere Urlaubsfahrt. Ich denke eher es wird richtig harte Arbeit“. Burkhardt Prigge wird Tanel Teins Worte gerne hören.

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