"Schuhkrieg" : Bierhoff will gegen "Sport Bild" klagen

Im "Schuhkrieg" der Nationalelf will Manager Bierhoff juristisch gegen die "Sport Bild" vorgehen. Das Blatt hatte gemutmaßt, Bierhoff erhalte von Nike 500.000 Euro, falls den Nationalspielern künftig die freie Schuhwahl möglich würde.

Frankfurt/Main - Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff setzt sich im so genannten Schuhkrieg juristisch gegen das Fachmagazin "Sport Bild" zur Wehr. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, hat Bierhoff über seinen Anwalt Christian Schertz rechtliche Schritte gegen das Springer-Blatt eingeleitet. Er habe vom Verlag Axel Springer Unterlassung, Gegendarstellung sowie Richtigstellung verlangt und andernfalls gerichtliche Schritte angekündigt.

Den Angaben nach hatte "Sport Bild" in seiner jüngsten Ausgabe die Frage aufgeworfen, ob Bierhoff die Nationalspieler Jens Lehmann und Miroslav Klose "in Stellung gebracht habe, um den DFB-Ausrüstervertrag mit Adidas zu kippen". Zudem berichtete das Magazin von einem Gerücht, dass dem früheren Nationalstürmer von Nike im Erfolgsfall 500.000 Euro in Aussicht gestellt worden seien, falls den Nationalspielern künftig die freie Schuhwahl möglich wäre.

DFB: Keine Vergünstigungen von dritter Stelle

Dem DFB zufolge entbehren diese Aussagen "jeglicher Grundlage". Bierhoff habe Lehmann und Klose weder dahingehend beeinflusst, die freie Schuhwahl zu fordern, noch seien ihm "irgendwelche Vergünstigungen" von dritter Stelle in Aussicht gestellt worden. Die Aussagen der "Sport Bild" stellten somit "unwahre Tatsachenbehauptungen" dar.

Bierhoff, der im "Schuhkrieg" zwischen Spielern und DFB vermittelte, war bis zu seinem Wechsel zum DFB Mitte 2004 Repräsentant von Nike. Bis vor wenigen Wochen besaß er noch einen persönlichen Vertrag mit dem US-amerikanischen Sportartikelhersteller. Ein hochrangiger Adidas-Vertreter hatte ihn als "Doppelagenten" beim DFB bezeichnet, wogegen sich der Europameister von 1996 vehement wehrte. "Dieser Vorwurf ist absolut ungerechtfertigt. Ich habe in meiner Funktion als Manager der Nationalmannschaft immer die Interessen des DFB und seiner Sponsoren vertreten", betonte Bierhoff.

Mannschaftsrat fordert freie Schuhwahl

Vor dem Testspiel gegen Schweden Mitte August in Gelsenkirchen hatte der Mannschaftsrat der Nationalelf, dem unter anderem Klose und Lehmann angehören, die freie Schuhwahl gefordert. Die Spieler einigten sich in einem Gespräch mit der DFB-Doppelspitze Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger darauf, letztmals im Länderspiel gegen Schweden geschlossen mit Schuhen des DFB-Ausrüsters Adidas zu spielen. Danach soll die freie Schuhwahl für alle Nationalspieler gelten.

Klose und Lehmann haben neben weiteren DFB-Kickern Verträge mit Nike und spielen in ihren Vereinen mit Schuhen der US-Firma. Medienberichten zufolge sollen einige Spieler Zusatzprämien bekommen, wenn sie auch im Nationaltrikot Nike-Schuhe tragen. (tso/ddp)

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