Schuhstreit : "Der Druck war enorm"

Nationalmannschafts-Manager Bierhoff setzt sich im Schuhstreit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und den Nationalspielern gegen Vorwürfe der Einflussnahme zur Wehr. Der Streit soll heute beigelegt werden.

Nürnberg - In einem Interview mit dem Fachmagazin "Kicker" trat Oliver Bierhoff Vorhaltungen entgegen, er habe im Sinne seines früheren Sponsors Nike die freie Schulwahl forciert. "Die Behauptung ist eine absolute Frechheit. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren häufig genug die Dinge im Sinne von Adidas und DFB geregelt und mich absolut loyal verhalten", betonte er.

Erst in der vergangenen Woche hatte Bierhoff juristische Schritte gegen die "Sport Bild" angekündigt. Das Magazin hatte gemutmaßt, der 38-Jährige erhalte von Nike 500.000 Euro, falls den Nationalspielern künftig die freie Schuhwahl möglich würde. Bislang mussten alle DFB-Spieler immer in Schuhen des langjährigen DFB-Sponsors Adidas antreten. Der bayerische Sportartikelhersteller hat mit dem DFB seit dem ersten WM-Gewinn 1954 einen exklusiven Ausrüstervertrag, der noch bis 2010 läuft.

Bierhoff musste "viele beruhigende Gespräche" führen

"Wenn ich nicht gewesen wäre, wäre die Sache schon viel früher gekippt. Weil dann der kräftige Widerstand von mir gegen Spieler und deren Manager gefehlt hätte", betonte Bierhoff. So habe er mehreren Nationalspielern wie Christoph Metzelder, Jens Lehmann und zuletzt auch Miroslav Klose verboten, in anderen Schuhen aufzulaufen. Er habe "viele beruhigende Gespräche" führen müssen, hob der Manager hervor. "Der Druck war enorm."

Zudem warf Bierhoff dem DFB und seinem Ausrüster vor, die Sachlage unterschätzt zu haben. "Ich habe innerhalb des DFB und gegenüber Adidas immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Mannschaft rumort. Doch beide Seiten sind das Thema nie angegangen", kritisierte Bierhoff.

Der Schuhstreit sollte noch am Donnerstag bei einem Treffen zwischen dem DFB-Präsidium und dem Mannschaftsrat in Stuttgart beigelegt werden. Bei den ersten Trainingseinheiten vor den anstehenden EM-Qualifikationsspielen gegen Irland und vier Tage später in Serravalle gegen San Marino trug Jens Lehmann bereits die Schuhe seines persönlichen Ausrüsters. Der Torwart begründete dies mit gesundheitlichen Problemen. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben