Sport : Schumacher Dritter im ersten Qualifying

Michael Schumacher hat auch beim Ferrari-Heimrennen die erste Qualifikationsbestzeit der Saison deutlich verfehlt, wirkte aber ausgesprochen zuversichtlich. Im ersten von zwei Einzelzeitfahren belegte er in Imola mit 0,374 Sekunden Rückstand den dritten Rang.

Imola (23.04.2005, 17:32 Uhr) - Schumacher hat damit nur noch geringe Chancen am Sonntag die Pole-Position zu holen. «Ich bin insgesamt sehr zufrieden und freue mich schon auf das Rennen. Ich denke, da werden wir gut dabei sein», sagte Schumacher und wirkte entspannt. McLaren-Mercedes-Mann Kimi Räikkönen hatte in dem spannenden Qualifying am Samstag mit drei Tausendstelsekunden Vorsprung die Nase hauchdünn vor dem spanischen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso.

Schumacher bestätigte mit seiner soliden Runde in 1:20,260 Minuten, dass sich Ferrari im Aufwärtstrend befindet und er nach dem schwächsten Saisonstart seiner Karriere die Träume von der Titelverteidigung keineswegs vorzeitig begraben muss. «Wir haben seit Bahrain extrem viel gearbeitet. Das hat sich ausgezahlt», sagte der 36 Jahre alte Kerpener. Für den Europaauftakt am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere) rechnet sich der sechsmalige San-Marino- Sieger gute Chancen aus, hier zum vierten Mal in Serie zu gewinnen. «Ich hoffe, dass ihr uns alle die Daumen drückt», appellierte er an die Fans. Technikdirektor Ross Brawn versicherte: «Wir fahren in Imola um den Sieg mit.»

Glänzende Perspektiven hat auch etwas überraschend Räikkönen. Seit Tagen stapelte das Silberpfeil-Lager tief, der 4,933 km lange Kurs komme dem MP 4-20 nicht so entgegen. Der Finne belehrte mit seiner Bestzeit von 1:19,886 Minuten zur provisorischen Pole-Position alle eines bessern. «Das war verdammt knapp», konstatierte Räikkönen kühl. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug jubelte: «Ein Superrennen von Kimi.» Der Österreicher Alexander Wurz vertrat den an der Schulter verletzten Stammpiloten Juan Pablo Montoya (Kolumbien) bei seinem ersten Grand-Prix-Einsatz seit Oktober 2000 als Siebter gut.

Alonso strahlte großen Optimismus aus, seinen dritten Sieg in Serie feiern zu können. «Imola ist historisch kein guter Kurs für Renault. Aber wir sind voll da: Wir kämpfen um die Pole und hoffentlich auch um den Sieg», sagte der 23-Jährige.

Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete im «Autodromo Enzo e Dino Ferrari» mit 0,921 Sekunden Rückstand auf Rang neun und damit deutlich hinter seinem viertplatzierten BMW-Williams-Teamkollegen Mark Webber (Australien). «Mit dem Ergebnis des Qualifying sind wir nur zum Teil zufrieden», sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Für Ralf Schumacher (Kerpen) reichte es im Toyota sogar nur zum zwölften Platz.

Vor dem vierten Saisonlauf liegt Alonso in der WM-Wertung mit 26 Punkten klar an der Spitze. Toyota-Pilot Jarno Trulli (Italien/16 Punkte) ist Zweiter vor Giancarlo Fisichella im zweiten Renault (10) und Ralf Schumacher (9). Dessen Bruder Michael (14) rangiert abgeschlagen auf dem 14. Platz. (Von Elmar Dreher, dpa)

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