Sport : Schumacher ist zu schnell

DTM: Nach Frühstart siegt Mercedes-Pilot Green

Karin Sturm[Nürnberg]
Ein paar Meter des Glücks. Ralf Schumacher führte nur kurz. Foto: dpa
Ein paar Meter des Glücks. Ralf Schumacher führte nur kurz. Foto: dpaFoto: dpa

Der Pechvogel des Tages hieß Ralf Schumacher. Zum achten Mal in Serie schlug Mercedes die Konkurrenz von Audi bei deren Heimspiel auf dem Nürnberger Norisring, doch Schumacher war nicht der große Triumphator. Er war von der Poleposition gestartet, doch am Ende siegte Jamie Green zum dritten Mal in Serie beim Saisonhöhepunkt des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM). „Das ist ein Supergefühl, es hat wieder alles gepasst“, sagte der Engländer. „Hier kann man so leicht Fehler machen, und ich habe keinen gemacht.“ Zweiter wurde Mattias Ekström im Audi, der Green in den letzten Runden noch gewaltig unter Druck setzte.

Dabei hätte es der DTM sicherlich gut getan, endlich einmal einen Sieger mit klangvollem Namen zu haben. Denn bei aller Spannung der letzten Runden zwischen Green und Ekström – zur Attraktivität einer Serie tragen nun auch mal Erfolge echter Top-Stars bei, und daran mangelt es in den letzten Jahren schon ein bisschen. Schumacher schien in der Noris vor insgesamt 132 000 Zuschauern am Wochenende auf dem besten Wege, dies zu ändern. Er hatte sich am Samstag bei 82 Grad Hitze im Cockpit zur allgemeinen Überraschung – auch zu seiner eigenen – die Poleposition gesichert, nachdem er bisher in diesem Jahr nie unter die besten Zehn gekommen war. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagte er, „auch wenn ich hier am Norisring schon immer gut zurechtgekommen bin.“

Schumacher ging dann auch im Rennen als Erster in die erste Kurve und konnte sich ein paar Meter lang der Hoffnung auf seinen ersten Podestplatz im 25. DTM-Rennen hingeben. Doch er war zu früh aufs Gas gegangen, und die Rennleitung entschied folgerichtig: Frühstart. Sieger Green hatte gleich das Gefühl gehabt, „dass Ralf da ein bisschen früh losgefahren ist“. Die folgende Boxendurchfahrtstrafe bedeutete, dass der Kerpener mit deutlichem Rückstand ans Ende zurückfiel. Er startete dann eine tolle Aufholjagd, aber mehr als Platz elf war trotz schnellster Rennrunde doch nicht mehr drin. „Ein Podestplatz wäre auf jeden Fall möglich gewesen – vielleicht sogar mehr“, sagte Schumacher traurig. „Sehr schade, das wäre mein Tag gewesen.“

Immerhin landete er zwei Ränge vor seinem Teamkollegen David Coulthard. Der prominente DTM-Neuzugang hatte fast das ganze Rennen mit offenem Auto fahren müssen. Nach einem Rammstoß von Markus Winkelhock flog seinem Mercedes spektakulär die Fahrertür davon, „was der Aerodynamik des Autos natürlich nicht zuträglich war“.

Mit dem Titelkampf werden Schumacher und Coulthard also eher nichts zu tun haben. Nach drei Titelgewinnen in Serie für Audi sieht es diesmal nach Mercedes aus. Der Kanadier Bruno Spengler, der auf dem Norisring Dritter wurde, führt in der Meisterschaft jetzt mit zehn Punkten Vorsprung vor Green und elf vor Ekström.

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