Schumacher-Rücktritt : Es fehlte Kraft zum Weitermachen

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat jetzt fehlende mentale Kraft als Grund für seinen Abschied aus dem Rennsport-Zirkus angegeben. Zudem habe er schon 1994 an das Aufhören gedacht.

München - "Ich hatte nicht mehr diese absolute mentale Kraft, die mich früher zu Höchstleistungen trieb", sagte Schumacher dem "SZ-Magazin". Fahren, nur um zu fahren, wäre absolut nicht mein Ding gewesen, sagte der 37-Jährige. "Runde für Runde habe ich mich vom Leben als Rennfahrer verabschiedet."

Schumacher verriet dem Magazin, dass er bereits vor mehr als zehn Jahren an das Aufhören gedacht habe: "Das war 1994, als Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino ums Leben kam." Danach habe er sich lange mit dem Tod des brasilianischen Rennfahres und des Österreichers Roland Ratzingers, der damals ebenfalls ums Leben kam, auseinandergesetzt und sich gefragt, was "mir die Formel 1 und der Rennsport noch bedeuten können". In gewisser Weise konnte er die Angst vor dem Tod verdrängen, so Schumacher.

Mit der Rücktritts-Entscheidung zufrieden

Dass Schumacher nie für den deutsch-englischen Rennstall McLaren-Mercedes fuhr, macht er am schlechten Verhältnis zu McLaren-Chef Ron Dennis fest. "Ich habe gemerkt, dass wir nicht zueinander passen", berichtete er über Gespräche aus dem Jahr 1995. Mit Mercedes hätte man sicherlich einen Weg gefunden, sagte Schumacher.

Mit seiner Entscheidung zum Rücktritt ist der Kerpener zufrieden. "Ja, ich bin glücklich", so Schumacher. Er freue sich, keine Verpflichtungen mehr zu haben. "Irgendwann wird sicher auch der Punkt kommen, an dem ich mich zum ersten Mal im Leben langweile. Und darauf freue ich mich irgendwie. Das wird der Punkt sein, wo ich mir was Neues suchen werde." (tso/ddp)

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