Sport : Schumacher Zweiter hinter Alonso

Mit einer grandiosen Aufholjagd hat Michael Schumacher beim Ferrari-Heimspiel in Imola seine kleine Chance auf den achten WM-Titel gewahrt. Nach einer verpatzten Qualifikation erreichte Schumacher noch Platz 2.

Imola (24.04.2005, 16:01 Uhr) - Der Rekord-Weltmeister war von Position 13 gestartet. Mit dem Rücken zur Wand zog Schumacher alle Register seiner Fahrkunst. Der 36-Jährige zeigte eines seiner besten Rennen. Der Kerpener liegt in der Fahrerwertung nach dem vierten Saisonrennen aber noch 26 Punkte hinter Alonso. Der Renault-Pilot aus Spanien gewann in souveräner Manier seinen dritten Grand Prix der Saison in Folge mit 0,2 Sekunden vor Schumacher und dem Briten Jenson Button (10,3 zurück) im BAR-Honda.

Mit einem Vorsprung von 18 Punkten in der Fahrerwertung auf den in Imola siebtplatzierten Jarno Trulli (Italien) im Toyota fährt Alonso zu seinem Heim-Rennen am 8. Mai in Barcelona. Mit zehn Zählern punktgleich mit dem drittplatzierten Giancarlo Fisichella (Italien/Renault) und seinem Bruder Ralf im Toyota hat Michael Schumacher einen großen Sprung nach vorne gemacht. Ralf Schumacher beendeten den Europa-Auftakt in der Formel 1 auf Platz acht. Nick Heidfeld im Williams-BMW wurde Neunter. Auch in der Konstrukteurswertung ist Renault nach dem vierten Sieg im vierten Grand Prix das Maß aller Dinge. Kein Wunder, dass der Vertrag von Teamchef Flavio Briatore am Wochenende bis 2006 verlängert wurde.

In Imola beendete Alonso die stolze Serie der Schumacher-Brüder: Erstmals seit 1999 kam der Sieger des Europa-Auftakts damit nicht aus Kerpen. Nach fünf Erfolgen von Michael und dem ersten Grand-Prix-Sieg von Bruder Ralf im Jahr 2001 zeigte Alonso erneut eine Leistung ohne Fehl und Tadel. Doch wie schnell es in der Formel 1 abwärts gehen kann, zeigt sich am Beispiel seines Teamkollegen Giancarlo Fisichella. Der Italiener, stolzer Sieger noch beim Auftakt in Melbourne, rutschte bereits in Runde sechs von der Strecke und blieb zu dritten Mal in Folge ohne WM-Punkte.

Auf den 62 Runden im Autodromo Enz e Dino Ferrari kam Schumacher zunächst nach Ausfällen nach vorne. Auch sein Teamkollege Rubens Barrichello musste seinen Wagen mit einem Defekt abstellen. Vor allem die Boxenstopp-Strategie spielte die entscheidende Rolle. Mit seinem Ausrutscher ins Kiesbett in der zweiten Qualifikation vier Stunden vor dem Rennen hatte Schumacher all seine Chancen eingebüßt. Der Ferrari-Pilot, am Vortag noch auf Rang drei gefahren, geriet in der Rivazza-Kurve von der Strecke. «Das hat klarerweise Zeit gekostet», gab er zu.

Der Mitfavorit startete somit lediglich aus Reihe sieben. Mit vollem Tank begann der 36-Jährige seine Aufholjagd, kam als letzter der Toppiloten zum Tanken und schob sich so bis auf Platz drei vor. Schumacher demonstrierte sein Ausnahmekönnen in unnachahmlicher Manier und die Fans auf den nicht besonders gut gefüllten Tribünen jubelten ihrem Liebling zu. Nach seinem Boxenstopp in der 35. Runde machte er zwei Sekunden pro Umlauf gut und halbierte innerhalb von zehn Runden seine Rückstand auf Alonso. Am Ende lieferten sich die beiden auf der 4,933 Kilometer langen Rennstrecke ein hcohdramatisches Rad-an-Rad-Duell.

Doch zunächst gab der von der Pole-Position gestartete Räikkönen neun Runden lang Vollgas. Der Finne verteidigte beim Start seine Position souverän vor Alonso und dem überraschend starken Briten Jenson Button im BAR-Honda, ehe er seinen Silberpfeil nach Problemen mit der Antriebswelle in die Box lenken musste. Im Mittelfeld ließen es die Schumacher-Brüder und Nick Heidfeld auf den Plätzen 11, 10 und 9 zunächst gemächlich angehen, ehe das Rennen durch die Boxenstopps so richtig begann. (tso)

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