Sport : Schumachers Rettung im Reifenstapel

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Am 11. Juli um 13.03 Uhr in Silverstone: Ein Aufschrei! Michael Schumacher saß in seinem zertrümmerten Ferrari, der in einem Reifenstapel in der Stove-Kurve klebte. Wem schoss da nicht sofort der Name Ayrton Senna durch den Kopf? So ähnlich muss es 1994 doch in Imola gewesen sein, als Brasiliens Formel-1-Idol tödlich verunglückte. Wie damals, als der Williams ohne Vorderteil und von Senna nur der Helm zu sehen waren. Diese Szene hat sich ins Gehirn eingebrannt. Fünf Jahre danach war es wieder Sid Watkins, der grauhaarige Brite im blauen Rennanzug mit der Aufschrift "Doctor", der sich sofort um den verletzten Deutschen kümmerte. Seitdem er Mika Häkkinen 1995 in Adelaide nach dessen Frontal-Crash nach allen Regeln der ärztlichen Kunst retten konnte, setzten fortan alle Piloten schon seine Anwesenheit mit dem Leben gleich. Watkins - der gute Geist auf allen Formel-1-Rennstrecken. Nur Senna und zuvor dem Österreicher Roland Ratzenberger konnte selbst er nicht helfen.

In Silverstone, wo auch ein Heer von Ärzten und Helfern rund um das zerfledderte Rennauto stand und die Sicht schnell mit einem Tuch verdeckt wurde, blieb der Nachruf für den deutschen Star ungeschrieben. In einer Zeitlupen-Einblendung war es nach Minuten bangen Wartens zu sehen: Michael Schumacher, der mit 306 km/h die Kurve angebremst hatte und noch mit 107 aufschlug, hob beide Arme mit dem Lenkrad in der Hand. Auch wenn er "nur" einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt, wurde die Sicherheit in der Formel 1 zum Aufmacher. Geschrieben und kommentiert mit einem lebenden Schumacher im Hinterkopf. Was wäre gewesen, wenn? Ist Verdrängen in dieser Situation wirklich das Beste?

Einen Tag nach dem Unfall suchte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo bereits nach Ersatz für den Deutschen. The show must go on. Schumacher war ab Oktober in Malaysia wieder im Einsatz. Der Schreck von Silverstone wird aber nicht nur bei ihm haften bleiben.

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