Sport : Schwach in den Fäusten

Danilo Häußler verliert den EM-Gürtel durch eine klare Niederlage gegen Mads Larsen

-

Zwickau (Tsp). Nur noch ein K.o. hätte Danilo Häußler in den letzten Runden den Sieg bringen können. Dass der Profiboxer aus Frankfurt (Oder) den dafür nötigen Lucky Punch, den Glücksschlag, diesmal nicht in den Fäusten hatte, merkten aber die 3500 Zuschauer in Zwickau zu diesem Zeitpunkt längst. Das Urteil nach den zwölf Runden der siebenten EMTitelverteidigung von Häußler gegen den Dänen Mads Larsen fiel dann auch mit 0:3 eindeutig aus. Damit musste der 28-jährige Schützling von Trainer Manfred Wolke in seinem 23. Profikampf die erste Niederlage hinnehmen. „Ich bin mit der Art, wie Larsen geboxt hat, nicht zurechtgekommen. Deshalb ist der Sieg von ihm auch verdient“, gestand der Verlierer kurz nach dem Schlussgong ein.

Larsen, der erst vor vier Wochen in Erfurt im WM-Kampf gegen Häußlers Stallgefährten Sven Ottke nach Punkten den Kampf um die Weltmeisterschaft verloren hatte, zollte seinem Kontrahenten jedoch Respekt. „Der Kampf gegen Danilo war besser, aber auch schwieriger als der gegen Ottke. Ottke ist immer weggelaufen, Häußler hat sich gestellt. Er ist ein wahrer Champ“, erklärte der Däne, für den es der 45. Erfolg im 47. Kampf war.

Larsen war von Anfang an der aktivere und beweglichere Mann im Ring. Immer wieder setzte er Häußler unter Druck und lag Mitte des Kampfes bereits klar vorn. Ab der siebenten Runde schien es, als würde der Däne konditionell abbauen. Doch auch diese kleine Schwächephase wusste Häußler nicht zu nutzen. „Danilo hat überhastet begonnen und konnte seine Nervosität nie ablegen“, kritisierte Wolke. Promoter Wilfried Sauerland machte Häußler trotz der Pleite noch Hoffnungen auf einen WM-Kampf. „Danilo bleibt in der Weltrangliste unter den Top Ten. Damit ist das Ziel WM-Fight nicht verloren“, sagte Sauerland.

Nach dem Kampf musste sich Häußler in ein Zwickauer Krankenhaus begeben. „Seine Wunde unter dem rechten Auge war schlimmer als erwartet. Oben und unten muss etwas weggeschnitten werden“, sagte Manfred Wolke.

Dagegen hatte Larsen nach seinem Triumph nur noch zwei Wünsche: „Ein Bett zum Schlafen und einen erneuten WM-Kampf gegen Sven Ottke.“ Dazu wird es aber nicht kommen. „Larsen spielt in den Plänen von Ottke keine Rolle. Außerdem war das Duell zwischen den beiden wirklich nicht attraktiv“, stellte Sauerland klar.

0 Kommentare

Neuester Kommentar