Sport : Schwäbischer Trauermarsch Stuttgart – Bremen 0:1

Oliver Trust

Stuttgart. Wie leblos sanken die Spieler in den weißen Trikots ins Gras. Schlaff und regungslos lagen ihre Körper auf der Spielfläche. Manche verschwanden eilig in der Kabine. Es war ein schwäbischer Trauermarsch im Gottlieb-Daimler-Stadion, begleitet von Pfiffen der 51 000 Fans. Fassungslos stand VfB-Trainer Felix Magath an der Seitenlinie und schaute mit finsterer Miene zu. Statt den Abstand auf den Verfolger Dortmund zu vergrößern, hatte der VfB Stuttgart den Dreipunktevorsprung im Rennen um Platz zwei verschenkt und rutschte nach der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen hinter Borussia Dortmund auf Rang drei zurück. Während der VfB mit dem Auswärtsspiel beim FC Bayern und der Partie gegen Wolfsburg noch schwere Spiele hat, muss Dortmund mit einem besseren Torverhältnis in Kaiserslautern und daheim gegen Cottbus antreten.

„So ein dämliches Ding habe ich selten gesehen“, schimpfte Magath und meinte das Siegtor der Bremer. Nicht etwa einer der Männer im grünen Hemd hatte den Ball ins Tor geschossen. Als Ludovic Magnin in der 52. Minute flankte, endete der Rettungsversuch von Rui Marques mit dem Eigentor zum 0:1. „Die Mannschaft hat alles versucht, uns hat aber die Durchschlagskraft gefehlt“, analysierte Magath ernüchtert. Gegen die defensiv eingestellten Bremer fiel dem VfB zu wenig ein, um Druck aufzubauen.

Drei Chancen sprangen in der ersten Hälfte heraus. Hleb und Bordon scheiterten mit Fernschüssen und Amanatidis vergab mit dem Kopf. „Wir waren die aktivere Mannschaft“, sagte Magath. In der zweiten Halbzeit jedoch blieb der Lattentreffer von Bordon die einzige Ausbeute. „Vielleicht waren wir nicht frei genug im Kopf“, erklärte Magath.

In der Schlussphase, als die Stuttgarter mit drei Stürmern agierten, vergab Marco Reich kläglich die Möglichkeit, Bremen mit 2:0 in Führung zu schießen. Im Kampf um einen Uefa-Cup-Platz machte Bremen dennoch Boden gut. „Der Sieg in München hat uns Selbstvertrauen gegeben. Wir können unser Ziel noch schaffen“, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf.

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