Sport : Schwalbe als Selbstschutz

Manfred Amerell

Schalke gegen Nürnberg: Die Schlussphase läuft. Schalkes Hamit Altintop verliert gegen den grätschenden Nürnberger Tomas Galassek den Ball. Galasek berührt den hochspringenden Altintop zwar nicht, ist aber in dieser Situation „letzter Mann“ der Nürnberger. Schiedsrichter Florian Meyer erkennt auf Notbremse, zeigt Galasek die Rote Karte. Die Nürnberger ereifern sich. Es sei eine Schwalbe Altintops gewesen, beklagen sie sich.

Als Foul angesehen werden auch manche Situationen, in denen der Verteidiger seinem Gegenspieler nicht immer gleich die Knochen poliert. Sicher, Galasek hat Altintop in dieser Szene nicht voll oder möglicherweise gar nicht getroffen. Aber der Schiedsrichter hat auch über die Art des Körpereinsatzes des verteidigenden Spielers zu befinden. Es gibt da in den Regeln drei Komponenten: fahrlässig, unverhältnismäßig, rücksichtslos. Sicher hatte der Nürnberger Spieler die Intention, den Ball zu treffen. Aber ob letztlich ein Vergehen vorliegt, muss der Schiedsrichter auch danach entscheiden, wie einer in den Zweikampf reingeht, vom Tempo her, von der Agressivität her. Es hat ja gereicht, dass in jener Szene bei Schalke der angreifende Spieler durch die Aktion die Kontrolle verloren hat über seinen Körper und den Ball. Es ist auch davon auszugehen, dass nicht jeder Hinfaller gleich als Schwalbe zu werten ist. Wenn der attackierte Spieler hochspringt, um sich vor einer Verletzung zu schützen, dann geht auch das in die Bewertung des Schiedsrichters mit ein.

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