Sport : Schwankend an die Spitze

Alba ist nach 81:68 über Braunschweig Tabellenführer

Helen Ruwald

Berlin - Krawatte und Kaugummi fehlten. Schon dadurch unterschied sich Alba Berlins neuer BasketballtrainerHenrik Rödl von Henrik Dettmann, dem Trainer des gestrigen Gegners BS Energy Braunschweig. Die beiden sind mehr als Kollegen. Unter dem Bundestrainer Dettmann gewann der Spieler Rödl 2002 WM-Bronze, ein Jahr später war er verletzt und rückte bei der EM in Schweden als Spielebeobachter in den Trainerstab der Deutschen. „Es wird etwas Besonderes sein, gegen ihn zu coachen“, hatte Rödl vorher gesagt, der gegen den Tabellen-14. „ein spannendes Spiel“ erwartete. Er behielt Recht: Am Ende gewann Alba eine lange hart umkämpfte Begegnung 81:68 (40:41) und ist nun sogar Tabellenführer. Topscorer war Braunschweigs Marko Jovanovic (19 Punkte), beste Berliner Werfer waren Szymon Szewczyk (18) und Matej Mamic (15).

Die Berliner siegten zum dritten Mal im vierten Spiel unter Rödl, der bis zum Saisonende Chefcoach bleibt. Doch trotz des am Ende deutlichen Siegs traten alte Probleme wieder auf: Die Leistungsschwankungen, mit denen Alba schon während der gesamten Saison kämpft, waren auch gestern zu sehen.

Die Partie vor 6110 Fans in der Max-Schmeling-Halle begann mit einer Gedenkminute für den verstorbenen Boxer und Namensgeber der Arena. Danach sahen die Zuschauer ein schnelles, ausgewogenes Spiel, das die Berliner nach der Hinspielniederlage unbedingt gewinnen wollten. Doch auch die Braunschweiger hatten mit sechs Siegen in den vergangenen acht Spielen bewiesen, dass sie besser sind als ihr Tabellenplatz.

Mit einem 22:23-Rückstand beendete Alba das erste Viertel, zog dann aber auf 35:26 davon. Doch der Vorsprung gab den Gastgebern keine Sicherheit. Sie trafen nicht mehr und wurden hektisch und mussten eine 2:13-Serie hinnehmen. Ein Übriges taten die vielen Wechsel, die zu einem Bruch im Berliner Spiel führten. Rödl schickte schon vor der Pause alle Spieler aufs Feld. Teilweise spielte Alba ohne echten Center, weil Jovo Stanojevic und Szymon Szewczyk gleichzeitig auf der Bank saßen. Mit einem 40:41 gingen die Berliner in die Kabine. Nach der Pause hatte Alba zunächst große Probleme mit der aggressiven Verteidigung der Gäste und scheiterte immer wieder von der Freiwurflinie. Doch mit einer Zonenverteidigung fanden die Berliner zurück ins Spiel. Mit vier Körben in Folge brachte Szewczyk sein Team wieder in Führung (60:57). Braunschweig fand kein Mittel gegen die Zone, die Berliner agierten immer selbstbewusster, auch ein spektakulärer Distanzwurf von Tanel Tein fand den Weg in den Korb. Souverän brachte Alba das Spiel zu Ende – der unerfahrene Henrik Rödl hatte das erste Duell gegen Henrik Dettmann für sich entschieden.

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