Sport : Schwarze Diät: Kaffee statt Bier während der Saison

HANS MORITZ

HOPPEGARTEN .Mit dem erfolgreichsten Hoppegartner Jockey der vergangenen Saison läßt sich wunderbar plaudern.Obwohl nach den Jahren von Pyritz und Kalmus im Vorjahr erstmals ein Ire Champion auf der Brandenburger Rennbahn wurde.Aber David Vincent Smith brauchte keine Schule, um sich in der zum deutschen "Dienstbeginn" vor fünf Jahren fremden Sprache zu verständigen.Kein Wunder, bei seiner Weltgewandtheit.Neben dem Englischen beherrscht der 31jährige auch Indisch, sogar etwas Chinesisch."Als Kind habe ich sechs Jahre in Indien gelebt, mein Vater John war dort Championjockey." Im Galopper-Mekka Hongkong war David vier Monate zu Hause.Von Auftritten auf Rennbahn in Dubai sind ein paar Brocken Arabisch hängengblieben.Auf den Dienstreisen nach Australien und in die USA reichte Englisch.Spanisch vielleicht? Da leuchten die dunklen Augen."Am schönsten war es in Trinidad/Tobago.Die Leute, die Landschaft ..."

Jetzt ist für den Mann aus der irischen Galopper-Hochburg Curragh in Hoppegarten am schönsten.Im benachbarten Altlandsberg wohnt er mit Lebenspartnerin Nancy Ernst, die er in Hoppegarten kennengelernt hatte, und der fast zwei Jahre alten Tochter Samanta.Wegen der Kleinen ist erstmals der Winteraufenthalt auf der Sonnenseite der Welt ausgefallen."War auch nicht schlecht.Ansonsten gab es ja immer nur Reiten, Reiten, Reiten." Dafür stand ein Familienurlaub bei der Mutter auf der Grünen Insel an."Vielleicht ziehen wir später mal hin", orakelt David.Nancy hat es sehr gut gefallen in Irland.Als David Smith von dort wegging, hatte er sich nur auf eine Saison Hoppegarten eingestellt."Ich hatte ein Angebot von Harald Franke.War zur Probe hier und habe ein paar Rennen gewonnen." Allerdings dominiert jetzt beruflich wieder die Muttersprache, denn in Hoppegartens Rennstall Arkona ist Kieron Douglas Page sein Chef.Und der Trainer ist wie sein Stalljockey Ire.Der Aufstieg vom neuen zum besten Mann in Hoppegarten resultiert aus harter Arbeit.Vater John, der nach einem Reitunfall aus dem Sattel steigen mußte, hatte David von dem Beruf abgeraten."Der Job ist zu schwer", sagte der mehrmalige irische Champion."Das ständige Reisen, das Leben nach Gewicht." Doch Erfolge waren das beste Argument des Sohnes gegen die Warnungen des Vaters.Das verdankt David vornehmlich seiner guten Ausbildung."Die ist zu Hause viel besser als in Deutschland", versichert das 52-Kilo-Leichtgewicht und erklärt die Dominanz britischer Elite-Jockeys: Ein Jahr Ausbildung an einer Schule, ohne Urlaub.Wer mit 15 mehr als 43 Kilo wiegt, kann nach Hause gehen.Ebenso jene von den 70 Schülern, die nach der zweiwöchigen Probezeit nicht unter den besten 30 sind.David war es."Dafür kannte ich danach jeden Knochen eines Pferdeskeletts." In dieser Saison möchte er weitere Früchte seiner Lehrzeit ernten und die insgesamt 276 Siege schon am Sonntag (Beginn 13.30 Uhr) beim "Meet the Champions"-Renntag in Hoppegarten aufstocken.32 Erfolge waren es im Vorjahr: "In Irland war ich Lehrlings-Champion und habe damals 52mal gewonnen."

Bei Trainer Page stehen mehr als drei Dutzend guter Pferde, zudem erhält David Smith Angebote anderer Trainer.Die gründen sich auch auf seine Diätdiszplin: wenig Kartoffeln, Sahne und Fett, dafür Hühnchen oder Fisch.Und statt des irischen Schwarzbiers eben schwarzen Kaffee.Oder einen Gin-Tonic.Das gab es auch zum Geburtstag, der wie so oft verlegt werden mußte.David ist am 29.Februar 1968 geboren."Da bin ich eigentlich ja erst sieben", scherzt er.

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