Sport : Schweden ist Weltmeister und feiert

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Riga - Die Eishockey-Geschichte ließ den Architekten des sporthistorischen Erfolges ziemlich kalt, stattdessen genoss der Trainer des Olympiasiegers und Weltmeisters im Eishockey lieber auf die entspannte schwedische Art den achten WM-Titel. „In einer Woche werde ich mich vielleicht zurücklehnen und auch anders darüber denken“, sagte Coach Bengt-Ake Gustafsson nach dem 4:0 über Tschechien, mit dem sein Team in Riga am Sonntag als erste Nation beide Titel in einem Jahr gewann.

In einem frühzeitig entschiedenen Endspiel geriet der mit zwölf WM-Neulingen angetretene Titelverteidiger aus Tschechien unglücklich in Rückstand. Nach einem Pressschlag von Mattsson und Milan Richter segelte der Puck in hohem Bogen gemächlich ins Tor. Nur 37 Sekunden später lag er schon wieder in seinem Netz, als Emwall einen Schuss von Mattsson unhaltbar abfälschte. Davon erholten sich die Tschechen nicht mehr, nachdem sie im Viertelfinale gegen Russland und im Halbfinale gegen Finnland jeweils Rückstände aufgeholt hatten. Die kompakten und auch spielerisch überlegenen Schweden konnten danach ihre abwartende Taktik spielen und kamen im zweiten Drittel zu zwei weiteren Toren durch Kronwall und Jörgen Jönsson.

Die schwedischen Fans unter den 10 000 Zuschauern in der ausverkauften Riga-Arena hatten bereits im letzten Drittel ihre Feierlichkeiten auf den Rängen begonnen und würdigten, was zuvor keiner anderen Mannschaft gelungen war – auch nicht der überlegenen Sowjetunion der Siebzigerjahre. Innerhalb von nur drei Monaten wurde Schweden Olympiasieger und Weltmeister. „Mit dem Olympiasieg haben wir schon etwas Großes erreicht, weil dort die besten Spieler der Welt dabei waren“, sagte Gustafsson, der als Spieler 1987 und 1997 mit Schweden Weltmeister wurde. „Aber auch diese Mannschaft hier in Riga ist sehr speziell. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.“ Nur acht Olympiasieger von Turin erhielten wie Gustafsson ihre zweite Goldmedaille, darunter der als wertvollster WM-Spieler ausgezeichnete Verteidiger Niklas Kronwall. „Wir haben viele gute Individualisten, aber unser Trainer macht aus uns eine Mannschaft“, sagte Kronwall nüchtern.

Der entthronte Titelverteidiger erhielt Trost von hoher Stelle zugesprochen, obwohl die Tschechen die höchste Niederlage seit Einführung der Finals 1992 kassierten. „Wir können stolz auf das Team sein, das hier Tolles geleistet hat und gelegentlich auch Glück hatte“, sagte Tschechiens Ministerpräsident Jiri Paroubek in Riga. dpa

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