Sport : Schweizer Käse

Trotz des neuen Trainers Marcel Koller verliert der 1. FC Köln beim VfL Bochum mit 0:4

Richard Leipold

Bochum. Marcel Koller war nicht bange vor dem Wechsel aus der Schweiz in die Fußball-Bundesliga. Er müsse „ja nicht mitspielen“, hatte der neue Trainer des 1. FC Köln vor seiner Premiere gesagt. Beim 0:4 im Auswärtsspiel gegen den VfL Bochum ist allerdings auch seiner Mannschaft kein Tempo- oder gar Rhythmuswechsel gelungen. Mit dieser Leistung hätten die Rheinländer vermutlich nicht einmal gegen eine Mittelklassemannschaft aus der Schweizer Nationalliga mithalten können.

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagte Kölns Kapitän Dirk Lottner. Und auf dem letzten Tabellenplatz. „Innerhalb einer Woche kann man nicht viel korrigieren“, befand Koller. In den nächsten vierzehn Tagen bis zur nächsten Bundesligarunde warte viel Arbeit auf ihn und sein Personal. Ob er irgendetwas Ermutigendes von seiner Mannschaft gesehen habe, wurde er gefragt. Zu Beginn habe seine Mannschaft „recht ordentlich gespielt“, antwortete der Trainer, „leider waren es nur ein paar Minuten“. Es waren fünf, um genau zu sein.

Vor 30 000 Zuschauern im Ruhrstadion gerieten die Kölner früh auf Abwege, später taten sich dann Abgründe auf. Vahid Hashemian schoss den VfL in Führung. Während die Rheinländer sich noch sammelten, nutzten die keineswegs überragenden Bochumer die Gunst der ersten Viertelstunde. Peter Madsen traf mit dem Kopf zum 2:0. Koller verfolgte das Kölner Ungemach äußerlich ungerührt, mit verschränkten Armen.

Gleichwertig waren die Kölner nur auf den Rängen. In vorkarnevalistischer Stimmung sangen die FC-Anhänger ihre Lieder: „Viva Colonia.“ Ihre anfangs gute Laune sollte sich im Lauf der Partie erheblich verschlechtern. Die Bochumer spielten mit dem Vorsprung im Rücken kühl und manchmal auch klug. Kurz vor der Pause baute Verteidiger Raymond Kalla die Führung aus.

Im zweiten Durchgang geschah nicht mehr viel. Während der VfL sein Pensum abspulte, verwalteten die Rheinländer emotionslos ihren Rückstand. Die Kölner Fans feierten plötzlich „Peter, Peter Neururer“, der vor einigen Jahren den FC vor dem Abstieg bewahrt hatte. Kurz vor Schluß machte Miroslav Stevic mit seinem Freistoßtor das Kölner Grauen noch grausamer. Als die FC-Profis den Ort der Schmach verlassen wollten, schlug ihnen Kälte entgegen. Etwa hundert Anhänger gaben die Ausfahrt erst frei, nachdem sich Kapitän Lottner und einige andere Spieler, beschützt von Polizei und Ordnungsdienst, einer Diskussion gestellt hatten.

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