Schweizer Party : Portugal ärgert sich über eine überflüssige Niederlage

Luis Felipe Scolari war nicht erfreut: seine B-Elf unterlag den Schweizern mit 0:2. Der vom Trainer geschonte Superstar Cristiano Ronaldo ist dennoch zuversichtlich für das Viertelfinale.

Oliver Trust
EURO 2008 - Schweiz - Portugal
Teure Bankdrücker. Ronaldo (Bildmitte) und Kollegen schauen Fußball.Foto: dpa

Es sah schon lässig aus, wie Cristiano Ronaldo am Sonntagabend über den Rasen im St. Jakob Park von Basel schlenderte – zur Ersatzbank der Portugiesen. Von dort sollte der Superstar von Manchester United dann das komplette letzte Gruppenspiel seiner Mannschaft verfolgen. Zusammen mit vielen anderen portugiesische Stammspielern, die Trainer Luiz Felipe Scolari schonen wollte. Die Portugiesen hatten sich schließlich mit zwei Siegen in zwei Spielen schon für das Viertelfinale qualifiziert. Das Spiel gegen die Schweiz war somit für Portugal bedeutungslos – doch im Nachhinein gewann es an Bedeutung, nicht nur weil am Ende das Resultat aus portugiesischer Sicht nicht stimmte.

Die portugiesische B-Mannschaft war über lange Zeit besser als die Schweiz, verlor nach einem zu Unrecht nicht gegebenen Elfmeter und einem Pfostenschuss dann aber in der Schlussphase nach zwei Toren von Hakan Yakin. Nach dem 0:2 gegen die Schweiz war Scolari ernsthaft verärgert. Im Hinblick auf das Viertelfinalspiel am Donnerstag in Basel gegen Deutschland, Österreich oder Polen hatte er sein Team gegen die Schweizer auf acht Positionen verändert. „Ich habe einen großen Fehler gemacht und hätte alle wechseln müssen“, sagte er. „Wir sind in diesem Spiel zu viele Risiken eingegangen, auch mit den vielen Verwarnungen, die sich im späteren Verlauf des Turniers noch rächen könnten.“ Vier portugiesische Spieler sahen Gelb, darunter Paulo Ferreira, der gegen die Türkei und Tschechien zur Stammelf gehörte, und der Stuttgarter Fernando Meira. „Am Schluss wurden wir ungewollt Gast einer großen Schweizer Party“, sagte der Trainer mürrisch.

Cristiano Ronaldo störte das angeblich nicht. Ihm sei es nach der Ruhepause im Übrigen egal, wer im Viertelfinale der Kontrahent sein wird, sagte er: „Ob der Gegner Deutschland oder Österreich heißt, wir können jede Mannschaft schlagen.“ Mit der ersten portugiesischen Mannschaft, meinte Cristiano Ronaldo natürlich. Die B-Elf ist ein paar Klassen schwächer. So viel steht seit dem Spiel von Sonntag in Basel fest.

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