Sport : Schwere Zeiten

Leverkusen unterliegt Tottenham 0:1 im Uefa-Cup

Erik Eggers

Leverkusen - Der Jubel fiel nicht überschwänglich aus, im Gegenteil. Als Dimitar Berbatow in der 35. Minute traf in der ausverkauften Bayarena, hob er nur kurz den Arm, dann drehte er gesenkten Kopfes ab. Der Bulgare hatte Leverkusen erst im Sommer verlassen, nach viereinhalb Jahren. Für seinen neuen Arbeitgeber Tottenham Hotspur FC scheint sich das Investment von 15,7 Millionen Euro zu lohnen. Nach dem 1:0 (1:0) bei Bayer Leverkusen qualifizierte sich Tottenham vorzeitig für die Runde der letzten 32 des Uefa-Cups. Die enttäuschenden Leverkusener Profis, die nach einem Punkt aus zwei Spielen um das Weiterkommen bangen müssen, verließen unter den gellenden Pfiffen der 22 500 Zuschauern das Spielfeld. „Wir sind weit davon entfernt richtig gut Fußball zu spielen“, sagte Leverkusens Trainer Michael Skibbe, „aber hier ist keiner verzweifelt.“

Leverkusens erste Halbzeit war ein spielerischer Offenbarungseid. Das Rezept, lange Bälle ins Sturmzentrum zu schlagen, ging schief. Bis zum Pausenpfiff verzeichnete Bayer keine nennenswerte Torchance. Anders der Gast aus London, der seine Angriffsbemühungen bald verstärkte. Und fast immer war Berbatow daran beteiligt. Nach einer guten Kopfballchance profitierte der Bulgare von einer scharfen Hereingabe Lennons, die Berbatow aus vier Metern einschieben konnte.

Nach der Pause kam Freier für den erneut schwachen Kießling, was das Bayer-Spiel belebte. Seinen Flachschuss konnte Tottenhams Keeper Robinson zur Ecke lenken. Und als Freier scharf in den Rücken der Abwehr passte, kam Woronin aus 14 Metern frei zum Schuss, aber erneut parierte der englische Nationalkeeper. Danach musste Berbatow das Spiel nach Zuspiel Keanes entscheiden, verpasste aber den Ball. Kurz darauf traf Schneider mit einem Weitschuss nur den Pfosten. Es sollte die größte Chance Bayers gewesen sein. Bayers Bemühungen am Ende der Partie prallten weiterhin kläglich am gut organisierten Abwehrwall Tottenhams ab.

Leverkusener Anhänger feierten Berbatow mit Gesängen, als er in der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde, gefolgt von „Holzhäuser raus“-Rufen. Noch ist der Geschäftsführer mit Bayer Leverkusen im Uefa-Cup nicht ausgeschieden. Aber es scheinen schwere Zeiten zu kommen.

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