Schwimm-Europameisterschaft : Britta Steffen holt zum EM-Abschluss zweimal Gold

Zweimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze lautet die Bilanz zum Titelkampf-Ausklang der Schwimm-EM. Viel Hoffnung für Olympia machte vor allem der starke Auftritt von Britta Steffen.

Britta Steffen freut sich über ihre Goldmedaille. Foto: dpa
Britta Steffen freut sich über ihre Goldmedaille.Foto: dpa

Die Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen war am Sonntag über 50 Meter Freistil und als Schlussschwimmerin des Lagen-Quartetts über 4 x 100 Meter gleich zweimal erfolgreich. Die Lagen-Staffel der Männer steuerte in Debrecen Silber bei, die Essenerin Caroline Ruhnau holte Bronze über 50 Meter Brust. Wie Freund Paul Biedermann und der Ungar Laszlo Cseh heimste Steffen drei EM-Titel in Debrecen ein.
Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) musste wie erwartet Titelkampf-Gastgeber Ungarn den ersten Platz in der Nationenwertung überlassen. Achtmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze bringt der DSV aus Ungarn mit, die Gastgeber (9-10-7) lagen knapp vorn. Allerdings fehlten auch viele europäische Spitzenschwimmer.

Erfolgreicher war der DSV zuletzt 2002 bei der Heim-EM in Berlin. Dort findet 2014 die nächste EM statt. Nach 24,37 Sekunden schlug Steffen im Freistil-Sprint klar vor der Niederländerin Hinkelien Schreuder (24,78) an - es war die weltweit viertbeste Zeit des Jahres und ihre beste seit dem Weltrekord von Rom (2009). „Ich wusste im ersten Moment nicht, ob ich gewonnen habe, weil die Griechin neben mir so laut gejubelt hat“, schilderte Steffen. Beim Blick auf die Anzeigetafel und einer „super Zeit“ huschte gleich ein Lächeln über ihr Gesicht. Sofort nach der Siegerehrung für ihren ersten Langbahn-Titel seit der WM 2009 stand dann die Vorbereitung für die Staffel an - und ganz nebenbei noch eine Dopingkontrolle.

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Die Karriere von Britta Steffen
Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006 in Budapest völlig überraschend groß auf. Foto: AFPWeitere Bilder anzeigen
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14.09.2011 12:18Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006...

Einen Tag nach dem Sieg der Männer-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil um Paul Biedermann präsentierten sich auch die beiden Lagen-Quartette am Schlusstag gut in Form. Jenny Mensing, Sarah Poewe, Alexandra Wenk und Steffen gewannen in EM-Bestzeit von 3:58,43 Minuten klar vor Italien Gold. Die für die erkrankte Daniela Schreiber als Schlussschwimmerin eingesetzte Steffen blieb bei ihren 100 Meter Freistil sogar unter der 53-Sekunden-Marke - erstmals seit Verbot der Hightech-Anzüge.

Helge Meeuw, Christian vom Lehn, Steffen Deibler und Marco Di Carli mussten sich im Lagen-Finale in 3:34,41 Minuten nur den Italienern (3:32,80) geschlagen geben. Schlussschwimmer Di Carli blieb dabei unter 48 Sekunden und betrieb damit Werbung für einen olympischen Einzeleinsatz.

Ruhnau holte sich mit 0,l Sekunden hinter der tschechischen Siegerin Petra Chocova (31,25) den dritten Rang. „Ich bin sehr erleichtert, ich wollte schon 'ne Medaille holen“, bekannte die Brustschwimmerin aus Essen. Franziska Hentke verfehlte über 200 Meter Schmetterling als Fünfte in 2:09,01 Minuten beim Sieg der Ungarin Katinka Hosszu (2:07,28) einen Podestplatz und die Olympia-Norm (2:07,94).
Der Titel im Freistil-Sprint der Männer ging an Titelverteidiger Frederick Bousquet (Frankreich) in 21,80 Sekunden. Über 400 Meter Lagen ließ Laszlo Cseh (Ungarn/4:12,17 Minuten) bei seinem dritten Sieg in Debrecen keine Chance. Der im Vorlauf ausgeschiedene Yannick Lebherz hätte mit seiner Zeit von den deutschen Meisterschaften Silber gewonnen. Das überraschende Vorlauf-Aus von Olympiasiegerin Federica Pellegrini im Vorlauf nutzte Coralie Balmy (Frankreich) über 400 Meter Freistil und kletterte nach 4:05,31 Minuten im Rennen als Europameister aus dem Becken.

„Wir können mit der Medaillenausbeute und damit mit der Platzierung im Gesamtmedaillenranking sehr zufrieden sein. Da muss man schon sehr weit in den Annalen zurückgehen, um vergleichbare Ergebnisse zu finden“, sagte Diagnostik-Bundestrainer Markus Buck.

Silke Lippok hatte am Vormittag auf ihrer Nebenstrecke 400 Meter Freistil als Vorlauf-13. in 4:15,85 Minuten den Endlauf verpasst.
Einen Tag nach dem hart erkämpften 200-Meter-Silber fand sie „es richtig anstrengend“. (dpa)

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