Schwimmen : Van Almsick nennt DSV "unprofessionell"

Franziska van Almsick ist keineswegs überrascht über das schlechte Abschneiden der deutschen Schwimmer in Melbourne. Schuld trage der Deutsche Schwimm-Verband, der aus früheren Fehlern nichts gelernt habe.

Hamburg - Franziska van Almsick geht hart mit dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ins Gericht. Die magere Ausbeute der deutschen Schwimmer bei den Weltmeisterschaften im März in Melbourne mit nur drei Silber- und einer Bronzemedaille führt die frühere Weltrekordlerin und Weltmeisterin auf unprofessionelle Arbeit des Verbandes zurück. "Es darf sich niemand über solche Resultate wie in Melbourne wundern, wenn der Verband nicht endlich anfängt, professioneller zu arbeiten", sagte der frühere Schwimmstar aus Berlin der "Sport Bild".

Auch ihren verlorenen Kampf um Olympia-Gold zum Ende ihrer Karriere 2004 in Athen führt Franziska van Almsick auf schlechte Vorbereitung des Verbandes zurück. Sie sei in Athen in der Form ihres Lebens gewesen, habe die Leistung aber nicht abrufen können, "weil einige Dinge schief gelaufen sind". In Athen habe vieles nicht gepasst, nach der letzten Vorbereitung und der Anreise sei sie total kaputt gewesen. Franziska van Almsick: "Auch wegen dieser unprofessionellen Vorbereitung ist mein Traum vom Olympiasieg zerstört worden."

"Die Strukturen sind so fest"

Bis heute habe sich das nicht geändert. "Ich bin schon traurig darüber, dass der Deutsche Schwimm-Verband nicht dazugelernt hat", stellte Almsick fest. Sportdirektor Örjan Madsen, seit einem Jahr im Amt, habe gute Ansätze gezeigt, die Dinge aber nicht zu Ende geführt. "Vielleicht sind ihm auch die Hände gebunden", so die Berlinerin. "Die Strukturen in diesem Verband sind so fest, dass man oft gegen Mauern rennt."

Der Verband müsse aktiv werden, fordert die 29-Jährige. Viel Zutrauen zum DSV hat sie 16 Monate vor Olympia 2008 in Peking aber nicht. "Wie ich den DSV kenne, bucht man aber die Flüge um fünf vor zwölf, und wundert sich dann, dass man über Timbuktu fliegt und alle ausgelaugt in China ankommen." Der DSV solle mehr auf den Ratschlag früherer Schwimmer hören. "Wenn man mich um Rat fragt, bin ich da", sage Franziska van Almsick, "das soll nicht enttäuscht oder beleidigt klingen, aber es ist einfach so: Uns fragt niemand. Ich bin sicher, einige Ex-Schwimmgrößen würden gern positiv dazu beitragen, dass es vorangeht." (tso/dpa)

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