Sport : Seaman darf bleiben Viele gute Worte für den unglücklichen englischen Torwart

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Awaji (dpa). Das Outfit war passend zum Anlass: In schwarzen Anzügen, weißen Hemden und schwarzen Krawatten verabschiedeten sich Englands Kicker am Samstag von der WM. 2500 Fans, meist japanische Teenager, standen kreischend und winkend Spalier, als Beckham & Co. ihr Trainingscamp auf der Ferieninsel Awaji verließen und sich auf den Heimflug nach London machten. England trauerte kollektiv dem verpassten Halbfinale nach, ging aber mit Torwart David Seaman vergleichsweise milde um. „Heulende Schande – aber niemand ist perfekt, Junge“, titelte das Massenblatt „Sun“. Der „Daily Star“ bezeichnete den Patzer des 38 Jahre alten Torhüters zum 1:2 gegen Brasilien als „heulende Schande eines alten Mannes“. Dagegen urteilte der gemäßigte „Independent“, Seaman sei „der passende Sündenbock für kollektives Versagen“.

Trainer Sven-Göran Eriksson und Kapitän Beckham stellten sich bei ihrer letzten Pressekonferenz auf japanischem Boden demonstrativ vor den Keeper. Eriksson hielt Seaman sogar die Tür für die Fortsetzung seiner Länderspiel-Karriere offen. „Wenn er bei Arsenal weitermacht und weiter der beste Torwart des Landes ist, wird er unabhängig vom Alter nominiert.“ Seaman indes äußerte sich auch 24 Stunden nach dem folgenschweren Patzer nicht zu seiner Zukunft, wohl aber Martin Keown. Der 35-jährige Defensivspieler des FC Arsenal, der keine einzige WM-Minute spielen durfte, beendete nach 42 Länderspielen seine internationale Laufbahn.

Dagegen bekräftigte Eriksson, seinen bis zur WM 2006 in Deutschland laufenden Vertrag zu verlängern. „Die Gruppe ist fantastisch, und ich bin stolz, ihr Manager zu sein“, sagte der Schwede. Die seit dem WM-Sieg 1966 nunmehr 36 Jahre währende Flaute ohne internationalen Titel will er nun bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal beenden. „Ich denke, wir können es mit jeder Mannschaft aufnehmen. Und das ist sehr gut, wenn man bedenkt, dass unser Team sehr jung ist“, sagte Eriksson.

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