Sport : Sebastian Kehl: Der Aufsteiger des Jahres muss den Ball flach halten

Erst ein Dutzend Bundesligaspiele hat Sebastian Kehl aufzuweisen. Doch der 20-jährige Fußballprofi hat sich beim SC Freiburg bereits nach wenigen Monaten zur unverzichtbaren Größe entwickelt. "Der Sebastian ist hoch begabt und hat eine sehr gute Spielübersicht. Hinzu kommt, dass er im Moment einfach das Optimale aus seinen Möglichkeiten macht. In den Bereichen Athletik und Fitness muss er aber grundsätzlich noch zulegen", sieht sein Trainer Volker Finke bei dem Aufsteiger des Jahres noch Potenzial.

Als umsichtiger Defensivspieler machte der 1,88 m große Kehl in den vergangenen Wochen auf sich aufmerksam. Nicht zuletzt dem zu Saisonbeginn von Hannover 96 gekommenen Jungprofi ist es zu verdanken, dass der Sport-Club zuletzt sechs Bundesligaspiele ohne Niederlage überstand und in den zurückliegenden drei Spielen nur einen Gegentreffer hinnehmen musste. "Es macht Spaß hier", erklärt der U-21-Nationalspieler nach dem ersten halben Jahr im Breisgau.

"Im spielerischen Bereich brauchen wir vor keiner Mannschaft in der Bundesliga Angst zu haben", sagt er. Der vorzugsweise als Libero, aber auch im defensiven Mittelfeld einsetzbare Kehl war vor Saisonbeginn mit einem Muskelabriss im linken Oberschenkel ins Badische gekommen und verletzte sich ein weiteres Mal. Doch nach seiner Genesung spielte er sich mit Nachdruck in den Mittelpunkt.

"Wenn er Mitte Zwanzig ist, könnte das einer sein, der auch nochmal in anderen Dimensionen spielen kann. Doch bis dahin muss man den Ball flach halten", glaubt Finke an eine große Zukunft des gebürtigen Hessen. "Der Trainer legt auch großen Wert auf bestimmte Dinge im Bereich der Lebensführung. Regeneration nach dem Spiel und Ernährung sind wichtige Bestandteile seiner Philosophie. Er will, dass wir vernünftig umgehen mit dem Beruf und dass wir wissen, wie viel Glück man damit hat, Fußballer zu sein", sagt Kehl.

Manager Andreas Rettig würde den bis 2002 laufenden Vertrag mit Kehl gerne vorzeitig verlängern. Zumal typen wie er in Freiburg dringend gebraucht werden. Trainer Volker Finke sagt: "Sebastian ist ein kommunikationsfähiger Spieler, und er reflektiert sehr gut die verschiedenen Spielsituationen. Und er spielt nicht nur aus dem Bauch heraus, sondern auch über die Birne."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben