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Sebastian Vettel : Gelassen auf dem Gaspedal

17.11.2012 00:00 Uhrvon
Lass dich begießen. Vettel (l.) will, dass Alonso das am Sonntag nicht tut. Denn nur wenn der Spanier nicht aufs Podest kommt, wäre Vettel womöglich Weltmeister.Bild vergrößern
Lass dich begießen. Vettel (l.) will, dass Alonso das am Sonntag nicht tut. Denn nur wenn der Spanier nicht aufs Podest kommt, wäre Vettel womöglich Weltmeister. - Foto: dpa

Vor dem Finale in der Formel 1 wirkt Sebastian Vettel überzeugender als sein Rivale Fernando Alonso. Am Sonntag könnte sich schon alles entscheiden.

Betrachtet man nur die gesagten Worte, dann könnte man meinen, dass Sebastian Vettel und Fernando Alonso im Finale um die Formel-1-WM in Sachen Ruhe und Gelassenheit auf einem Niveau kämpfen. Nur wirkt das bei einem doch glaubhafter: Sebastian Vettel ist lockerer als Alonso, gut gelaunt, bei seinen Interviews in Plauderstimmung – was bei ihm ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür ist, dass er sich in seiner Haut absolut wohlfühlt.

Kein Wunder, hat er doch die bessere Ausgangsposition, einen kleinen Vorsprung und wohl auch im Moment das etwas bessere Auto. Die Chancen, dass er am Sonntag in Austin im US-Bundesstaat Texas schon beim vorletzten Rennen Weltmeister wird, stehen nicht schlecht.

Und das fünf Jahre nach dem Formel-1-Debüt des Deutschen, das ebenfalls in den USA stattfand, 2007 in Indianapolis. „100 Rennen später hier zu sitzen, ist auf eine bestimmte Art und Weise recht verrückt“, sagt Vettel. „Du zählst weder die Tage noch die Monate, und die Jahre gehen vorbei. Wenn ich zurückblicke, wirkt es nicht so lange her, aber wenn ich auf den Kalender sehe, sind schon fünf Jahre vorbei.“ Im Endeffekt zeige das nur, wie schnell die Zeit vergehe, wenn man etwas tue, das man genieße.

Rechnereien interessieren Vettel nicht, und so locker er das sagt, glaubt man ihm das sogar irgendwie. „Es ist nicht wichtig, ob es nun der 100. oder der 35. Grand Prix ist“, sagt Vettel. „Letzten Endes ist es primär wichtig, sich den Titel ein drittes Mal zu sichern, ob das an diesem Wochenende oder eine Woche später in Brasilien gelingt, spielt keine Rolle. Hauptsache, es gibt etwas zu feiern.“

Grund dazu hatte Vettel ja schon oft genug: Mehr als ein Viertel seiner bisher 99 Rennen in der Formel 1 hat er gewonnen, das gibt ihm natürlich Sicherheit am Gaspedal – und auch abseits der Strecke mentale Stärke. So viel Selbstvertrauen strahlt Vettel aus, dass man meinen könnte, er hätte mehr Erfahrung als sein Konkurrent – dabei bringt es Alonso schon fast auf 200 Rennen. Er galt auch bisher immer als der psychisch stärkste Formel-1-Pilot der Gegenwart. Doch Fernando Alonso nimmt man seine zur Schau gestellte Gelassenheit und Sicherheit nicht ganz ab. Da überzeugen immer neue Twitter-Sprüche aus der Welt der japanischen Samurai-Krieger, mit denen er sich selbst und seine Anhänger aufzuputschen und zu motivieren versucht, nicht so recht.

Nach außen will der Spanier natürlich so wirken, als würde ihn die für ihn schwierige Situation nicht nervös machen. „Schon in den letzten zwei Rennen habe ich mich völlig normal gefühlt“, sagt Alonso. „Es ist schließlich bereits das vierte Mal, dass ich bis zum Ende der Saison um die Meisterschaft kämpfe.“ Genau das versucht er, als seinen Vorteil darzustellen. „2006 habe ich bis zum letzten Rennen mit Michael Schumacher gekämpft“, sagt der Spanier. „Das war sehr stressig. Es war ein sehr intensives Wochenende und nicht gerade einfach, sich zu fokussieren oder Schlaf zu finden.“

Inzwischen sei er an solche Situationen aber gewöhnt. Bereits 2007 sei er beim finalen Showdown viel ruhiger gewesen und auch aus 2010, als er die WM im letzten Rennen an Sebastian Vettel verlor, habe er trotz des unbefriedigenden Ausgangs seine Lehren gezogen. „Ich habe schon viele Erfahrungen gesammelt und bin entspannter als jemals zuvor“, sagt Alonso. „Es ist anders als früher, ich bin jetzt mehr darauf konzentriert, den Job zu erledigen.“

Wer Alonso dabei beobachtet, sich die Mimik und Körpersprache bei diesen Worten ein bisschen genauer anschaut, der sieht schon eine stärkere Anspannung als bei Vettel. Schließlich weiß er genau, dass er in der schlechteren Ausgangsposition ist – und mit einem Satz gibt Fernando Alonso das dann auch zu: „Wir haben eine Chance, aber wir brauchen die Hilfe von Red Bull.“ Aber auf einen Patzer von Vettel zu hoffen, das war in der jüngeren Vergangenheit eine eher hoffnungslose Angelegenheit.

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