Sport : Sechs Millionen für die Zweite Liga

Union verteilt sein Geld neu

Karsten Doneck

Berlin. Der Etatrahmen ist abgesteckt. Auch wenn Jürgen Schlebrowski ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich nur um „einen Grobetat“ handelt. Von 6,5 Millionen Euro für die laufende Spielzeit will Fußball–Zweitligist 1. FC Union seinen Haushalt für die kommende Saison herunterschrauben „auf etwas mehr als sechs Millionen Euro“, so Schlebrowski, der Vereinspräsident. Das hört sich nach einer maßvollen Reduzierung an, erfordert aber in Wahrheit drastische Einschnitte beim größten Posten auf der Ausgabenseite, den Personalkosten. Denn das Geld wird in Zukunft anders verteilt: Ein größerer Brocken soll abfallen für die Tilgung von Schulden. Schlebrowski kündigt an: „Wir würden gerne damit beginnen, die Zinsen an Herrn Kölmel zurückzuzahlen. Außerdem haben wir ein paar kurzfristige Verbindlichkeiten geerbt, die abgebaut werden sollen. Auch das wollen wir in Angriff nehmen.“ Ehrenhafte Absichten, zweifellos.

Michael Kölmel hat einst mit seinen Unternehmen „Kinowelt“ und „Sportwelt“ über neun Millionen Euro in den 1. FC Union investiert und den Klub damit vor der Insolvenz bewahrt. Geld, das Union unter langfristigen Verbindlichkeiten verbuchen kann. Doch es fallen Zinsen an. Die Zinsbelastung soll bei einer jährlichen Rate von etwas mehr als 200 000 Euro liegen. Bisher soll Union noch keine einzige Rate abbezahlt haben.

Immerhin mehren sich die Zeichen, dass die Zusammenarbeit mit dem Trikotsponsor, der Berliner Stadreinigung (BSR), auch über das Saisonende hinaus fortgesetzt wird. Zwar existiert ohnehin ein Vertrag bis 2005, gültig sowohl für die Zweite Liga als auch für die Regionalliga. Aber die BSR hat in dem Vertrag eine Option, die Bindung zum Saisonende auflösen zu können. Die Frist, diese Option wirksam werden zu lassen, wäre normalerweise verstrichen, aber die BSR hat um Aufschub für die endgültige Entscheidung gebeten. „Man kann davon ausgehen, dass die Zusammenarbeit langfristig bleibt“, beruhigt Unions Geschäftsführer Ralf Büttner. Gespräche zu diesem Thema können seit Jahresbeginn auf dem kurzen Dienstweg vereinbart werden, hat doch Union mit Antonio Hurtado nun einen Mann von der BSR im Aufsichtsrat sitzen.

Union hat auch schon durchgerechnet, was denn an Geld für den Etat übrig ist, wenn die Mannschaft absteigen sollte. „Für die Regionalliga werden wir keine zwei Millionen zur Verfügung haben, definitiv nicht“, sagt Schlebrowski.

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