Sport : Sechs Schweden siegen für Rostock Nürnberg – Hansa 0:1

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Nürnberg (Tsp). Manchmal denkt man nicht, dass Armin Veh noch relativ jung ist, Anfang 40 erst. Manchmal sieht er erheblich älter aus, als er ist. Aber so etwas ist normal bei Trainern in der Bundesliga, der Stress zieht Spuren in ein Gesicht. Gestern ist Veh 42 geworden, und er sah aus wie 42. Oder sogar noch ein bisschen jünger. Das machte der Sieg, das 1:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg. Der Erfolg, den sie beim FC Hansa Rostock als Befreiungsschlag betrachten. Weil er Luft verschafft im Kampf gegen den Abstieg.

Ein Schwede schoss das Tor des Tages, Rade Prica, in der 42. Minute, aus 13 Metern Entfernung. Und die Vorarbeit hatte Magnus Arvidsson geleistet, auch ein Schwede. Der Hinweis auf die Schweden ist wichtig, denn im Frankenstadion gab es eine Premiere: Sechs Schweden standen in der Anfangsformation von Rostock, sechs Legionäre aus einer Nation von Beginn an dabei, das hat es in der Bundesliga noch nie gegeben.

Und diese Legionäre hatten vor allem eine Aufgabe: die Defensive zu stabilisieren. „Nur mit einer guten Abwehr konnten wir hier gewinnen“, sagte Veh. Rostock setzte also vor allem auf Konter und ansonsten auf harten Einsatz.

Die Taktik ging auf, aber das lag nicht allein an Rostocks relativ diszipliniertem Spiel. Es lag auch daran, dass der 1. FC Nürnberg schwach spielte, dass er sich viele technische Fehler leistete und, am schlimmsten, dass er seine wenigen Chancen auch noch so blamabel vergab, dass Trainer Klaus Augenthaler wohl irgendwann bereit gewesen wäre, zehn Tage auf ein Weißbier zu verzichten, wenn als Dank dafür einer seiner Spieler mal getroffen hätte. Cacau fehlte wegen einer Gelbsperre, und Milan Belic war kein gleichwertiger Ersatz. Torjäger Sasa Ciric scheiterte, Lars Müller scheiterte, jeder Ball, der auf ihn flog, hielt der gute Rostocker Torwart Schober.

Aber vielleicht wollten die Nürnberger das ja auch. Augenthaler jedenfalls wollte gar nichts ausschließen. „Vielleicht“, knurrte er sarkastisch, „fühlen wir uns im Abstiegskampf wohler.“ Er muss mal bei seinen Profis nachfragen.

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