Sechstagerennen : Bartkos Partner positiv getestet

Zusammen mit Iljo Keisse hat Robert Bartko die Sechstagerennen von München und Gent gewonnen. Nun gab Keisse bekannt, dass er in Gent positiv getestet wurde. Bartko ist fassungslos. Obwohl die B-Probe noch aussteht, ist Keisse im Januar in Berlin nicht erwünscht.

Helen Ruwald

Berlin - Eigentlich wollte Robert Bartko auf Mallorca nur in Ruhe trainieren. Doch nun grübelt er viel. Am Dienstag hat der Belgier Iljo Keisse, mit dem Bartko im November die Sechstagerennen von München und Gent gewonnen hat, bekanntgegeben, dass er positiv getestet wurde – am Finaltag von Gent am 23. November. „Das ist ein Schock“, sagt Bartko. „Das kommt sehr unerwartet. Er ist in der Woche in Gent zweimal kontrolliert worden. Eine Probe war negativ, eine positiv.“ Dass keiner wisse, welche Substanz gefunden wurde, sei „sehr ungewöhnlich. Normalerweise wird das sofort bekanntgegeben.“

War die verbotene Substanz in einem Magen-Darm-Medikament?

Und genau diese Frage beschäftigt Bartko: Was wurde nachgewiesen? Waren es Inhaltsstoffe eines Medikaments, dass Keisse in Gent gegen Magen-Darm-Probleme nahm? Vielleicht gehe es um so eine „kleine Dummheit“, hofft Bartko. Auch die Teamärzte seien schließlich nicht unfehlbar. Bartko betont allerdings: „Positiv bleibt positiv.“ Wenn wissentliches Doping vorliege, „muss er mit aller Konsequenz bestraft werden“. Keisse hat die Öffnung der B-Probe beantragt. Er habe nicht wissentlich gedopt, ließ der Europameister im Zweiermannschaftsfahren verlauten. Es handle sich nicht um das Blutdopingmittel Epo, auch nicht um die neue Variante Cera, gaben Keisse und sein Rennstall Topsport Vlaanderen bekannt. Der belgischen Zeitung „Het Nieuwsblad“ sagte Keisse: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die B-Probe anders ausfällt. Das ist wohl das Ende meiner Karriere.“

Bartko: "Zumindest sieht man, dass das System funktioniert"

Dass auch ihm womöglich der Sieg von Gent aberkannt wird, ist Bartko „nicht egal, aber es ist das kleinste Problem. Der Bahnradsport galt bisher als relativ sauber, jetzt haben wir Probleme. Aber zumindest sieht man, dass das System funktioniert.“ Dieser Meinung ist auch Heinz Seesing, der Chef des Berliner Sechstagerennens. „Wir kämpfen alle für einen sauberen Radsport. Jeder, der ins Netz geht, ist ein Glücksfall“, sagt er. Keisse hatte ein Angebot von ihm, das Seesing nun zurückgezogen hat. Bei den Berliner Sixdays vom 22. bis 27. Januar wird Keisse nicht am Start sein. „Ein erster Verdacht reicht“, sagt Seesing,

Er stellt sich viele Fragen. „Der Junge ist 25 und hat das Leben als Sportler noch vor sich. Jetzt ist er tief gefallen. Warum hat er das getan? Und wer hat ihm geholfen?“ Noch am Dienstagvormittag wollte Seesing bei der Vorstellung des Programms für die Berliner Sixdays zum Thema Doping nicht viel sagen. „Wir leben in einem Rechtsstaat. Wenn jemand eine Entschuldigung ausgesprochen hat, ist es o.k.“, erklärte er. Damit spielte er auf den neben ihm sitzenden Erik Zabel an, der im Velodrom an Bartkos Seite zum letzten Mal aufs Rad steigen und danach seine Karrierre beenden wird. Zabel hatte 2007 gestanden, 1996 kurze Zeit Epo genommen zu haben.

In der Pressemappe fand sich der Satz: „In den letzten 25 Jahren hat es nachweislich keine Dopingvorfälle im 6-Tage Rennsport gegeben!“ Am Dienstagabend hatte die Realität die Berliner eingeholt.

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