Sport : Segel-Unfall weiter ungeklärt Polizei und Veranstalter kündigen Ermittlungen an

Berlin - Weiterhin gibt es Unklarheiten über den Tod des britischen Seglers Andrew Simpson. Der Direktor des America’s Cup, Iain Murray, kündigte an, dass er eine Untersuchung zu den Vorgängen leiten werde. Zuvor teilte die Küstenwache bereits mit, dass sie Ermittlungen aufnehmen werde, um kriminelle Absichten oder Fahrlässigkeit auszuschließen

Der Riesenkatamaran von Olympiasieger Simpson und seinem Team war am Donnerstag in der Bucht von San Francisco gekentert und auseinandergebrochen. Simpson wurde unter dem Boot eingeklemmt und zehn Minuten unter Wasser eingeschlossen. Ein weiteres Teammitglied verletzte sich, ist aber außer Lebensgefahr. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist auch insofern ungewiss, dass nach offiziellen Angaben die See ruhig gewesen sein soll.

Sportler und Segel-Funktionäre aus aller Welt drückten nach dem Bekanntwerden des Todes ihre Bestürzung aus. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, sprach über Simpson als einen „äußerst versierter Segler“, der „starb, während er seiner sportlichen Leidenschaft nachging“.

Inzwischen wird auch Kritik an den Riesenkatamaranen laut. Luca Devoti, Silbermedaillengewinner von Sydney 2000 in der Finnklasse, sagte, dass die Boote gefährlich und schwer zu segeln seien. „Sie verschieben die Grenzen unseres Sports“, so der Italiener. Zwar sind Helme, Messer und Sauerstoffgeräte verpflichtend mitzuführen, retten konnten sie Simpson aber nicht.

Das Sailing Team Germany, das eigentlich für den neu geschaffenen Nachwuchswettbewerb „Youth America’s Cup“ qualifiziert war, sagte seine Teilnahme für die Rennen vor San Francisco ab. „Ein toter Segler ist schon Grund genug für unsere Entscheidung. Und wir möchten auch ein Zeichen setzen“, erklärte Team-Geschäftsführer Oliver Schwall.

Die Gegend vor der amerikanischen Westküste ist derzeit Ort vieler Trainingsfahrten, wie sie auch Simson am Donnerstag unternahm. Im September findet hier erstmals seit 2010 der America’s Cup statt – die älteste und populärste Segelregatta der Welt. Dafür wollte sich Simpson in den kommenden Monaten mit seinem schwedischen Artemis-Team qualifizieren. Erst im Februar war er zu der Mannschaft gewechselt. Simpson war der beste Freund des Sportdirektors Iain Percy, an dessen Seite er in Peking 2008 die Gold- und in London im letzten Jahr die Silbermedaille gewann. Ob und wie Simpsons Mannschaft ohne ihn weitermacht, ist derzeit noch unklar. Aufgrund des Vorfalls kündigte der Titelverteidiger des Amarica’s Cup, das Team Oracle, an, dass es bis Montag keine Trainingsfahrten durchführen werde. Tsp/dpa

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