Sport : Segeln: Deutschem Tornado droht der Untergang

Weltmeister Roland Gäbler ist wieder einmal am Gold vorbei gesegelt. Während Surferin Amelie Lux (Kiel) ihre Spitzenposition knapp verteidigte und die 470er-Crew Nicola Birkner und Wibke Bülle (Berlin) überraschend an die Spitze fuhr, droht Gäbler in den letzten Wettfahrten der Tornado-Klasse der Untergang. Sein Vorschoter Rene Schwall bemühte am Donnerstag das Prinzip Hoffnung: "Die Welt geht nicht unter. Bronze ist ja noch möglich."

Mit den Rängen drei und elf leisteten sich die Kieler erneut einen Patzer. Gäbler muss nun kämpfen, um beim vierten Olympia-Anlauf überhaupt noch in die Medaillenränge fahren zu können. "Unsere Leistungen sind nicht befriedigend. Einmal am Tag machen wir einen Fehler, weil wir einfach zu viel nachdenken, es zu gut machen wollen", meinte Schwall. Auf Platz drei, den Pierre Pennec/Yann Guichard (Frankreich) mit 22 Punkten belegen, haben die Kieler als Achte schon acht Zähler Rückstand. Auf den Gold-Rang, den Roman Hagara/Hans-Peter Steinacher (Österreich) belegen, sind es schon 22 Zähler.

Surf-Floh Amelie Lux dagegen zeigte erneut keine Nerven, verteidigt auch nach der achten von maximal elf Wettfahrten mit einem zweiten und dritten Platz ihre Führung. Allerdings ist Welt- und Europameisterin Alessandra Sensini (Italien) bis auf einen Punkt herangekommen.

"Wir segeln konstant und sind schnell", freute sich die Mathematik- und Sportstudentin Birkner nach den Husaren-Ritten in der 470er-Jolle. "Der Schlüssel zum Sieg auf diesem unsteten Revier heißt Konstanz." Der Weg für das Duo ist allerdings noch weit.

Einen Rückschlag mussten die 49er-Asse Marcus Baur und Philip Barth hinnehmen: Zur Halbzeit der Serie rutschten die Kieler von Position eins auf Gesamtrang sechs ab. Angesichts der insgesamt 16 Rennen verbreitete Steuermann Baur jedoch Optimismus: "Alles ist offen." Mistral-Surfer Alex Baronjan verteidigte seinen guten fünften Platz in der Zwischenwertung - die Medaillenränge bleiben für den Berliner ebenfalls in erreichbarer Nähe.

Soling-Ass Jochen Schümann und seine Vorschoter Gunnar Bahr und Ingo Borkowski suchten bei einer Partie Badminton vor der entscheidenden Matchrace-Phase Abstand von der mit einem blauen Auge überstandenen Nervenschlacht. Will der in Penzberg lebende Schümann am vorletzten Tag der Spiele sein viertes Gold gewinnen, dann muss er ab dem Matchrace-Beginn am Samstag sieben olympische Medaillengewinner, einen Ex-Weltmeister, einen Ex-Vizeweltmeister und einen früheren Vize-Europameister besiegen. "Diese Runde ist ein Hammer", sagte der 46-jährige Segel-Star.

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