Segeln : Jesper Bank gibt auf

Nach der desaströsen ersten deutschen America's Cup-Teilnahme hat Skipper Jesper Bank seinen Rückzug aus dem Team Germany erklärt. Von 20 Rennen wurden nur zwei gewonnen.

Valencia - "Ich mache den Weg frei, werde aber noch bis Ende des Jahres meinen Vertrag erfüllen und dem Team in den kommenden Monaten zur Verfügung stehen", sagte Bank. Gleichzeitig präsentierte Teamchef Michael Scheeren erste Pläne für die angestrebte Folgekampagne. Das United Internet Team Germany hat vor einigen Tagen bei der Kieler Werft Knierim Yachtbau eine neue Yacht in Auftrag gegeben. Scheeren bezifferte das für den zweiten Anlauf gewünschte Budget auf etwa 80 Millionen Euro.

Nach der 2:18-Pleite vor Valencia plant die Teamleitung mit einem neuen Boot den Neubeginn für das deutsche Cup-Projekt. Dazu muss das Management um Scheeren allerdings noch um sein Wunsch-Budget kämpfen, da noch keine Sponsoren-Zusagen vorliegen. "Wir müssen zunächst ein sportliches Konzept erarbeiten. Dann ist United Internet natürlich auch unser erster Ansprechpartner. Mit weiteren potenziellen Partnern sind wir ebenfalls im Gespräch", führte Bank aus.

Der 50-Jährige verabschiedete sich ernüchtert von seinem Posten als Sportdirektor: "Wir hatten uns mehr erhofft. Es waren zwei harte Jahre, in denen wir unsere Ziele nicht erreichen konnten. Das tut schon weh. Dafür trage ich die sportliche Verantwortung und ziehe nun die Konsequenzen." Der dänische Doppel-Olympiasieger wird dem Team jedoch in den kommenden Monaten noch als Berater zur Verfügung stehen. Sein Fazit: "Es ist nun einmal so, dass das schnellste Boot den America's Cup gewinnt. In dem Bereich möchte ich gerne helfen."

Nachfolge noch offen

Über seine Nachfolge ist noch keine Entscheidung gefallen. Während Wunschkandidat Jochen Schümann vor Ende des Cups Anfang Juli nicht zu Gesprächen bereit ist, betonte Scheeren weiter: "Wir wollen schnellstmöglich einen neuen Skipper etablieren."

Zurück an Bord ist der noch vor einigen Monaten ausgebootete Technik-Vorstand Eberhard Magg. "Er hat Gespräche mit potenziellen Sponsoren geführt, die wir in Zukunft zusammen führen werden", bestätigte Scheeren. Gleichzeitig richtete er einen Appell an mögliche weitere deutsche America's Cup-Initiatoren: "Das Interesse am America's Cup ist groß. Lasst uns die Kräfte für Deutschland bündeln. Wenn sich jetzt drei Kampagnen gründen, kommt am Ende keine vernünftige dabei heraus." So soll etwa der ehemalige Volvo Ocean Race-Sieger Michael Illbruck, der in Valencia bereits Gespräche mit der deutschen Teamleitung geführt hat, über einen Cup-Einstieg nachdenken. (Von Tatjana Pokorny, dpa)

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