Segeln : Neuseeland holt den America's Cup

Das Emirates Team New Zealand feiert den dritten America's-Cup-Triumph nach 1995 und 2000. Titelverteidiger USA wird deklassiert.

Der Neuseeländer Peter Burling ist jetzt der jüngste Skipper, der je den America's Cup gewonnen hat.
Der Neuseeländer Peter Burling ist jetzt der jüngste Skipper, der je den America's Cup gewonnen hat.Foto: Reuters/Mike Segar

Neuseeland hat seinen Ruf als eine der mächtigsten Segel-Nationen der Welt eindrucksvoll gestärkt. Überlegen erkämpfte das Emirates Team New Zealand am Montag den dritten America's-Cup-Triumph nach 1995 und 2000. Die Crew um Steuermann und 49er-Olympiasieger Peter Burling (26) verwandelte gegen die US-Amerikaner gleich den ersten Matchball zum 7:1-Endstand und sicherte dem Team damit die Silberkanne.

Rekordsieger Russell Coutts, bei den ersten beiden neuseeländischen Cup-Siegen Steuermann der Yachten „Black Magic“ und „New Zealand“, 2003 Sieger mit dem Schweizer Team Alinghi, 2010 und 2013 Gewinner mit den USA und heute Cup-Dirigent in Diensten der US-Verteidiger, kennt die größte Stärke seiner Landsleute. Der fünfmalige Cup-Sieger war als Ausnahmesegler und studierter Ingenieur lange selbst die Galionsfigur. „Die Kiwis haben eine Innovationskultur, die alle Segler-, Designteam- und Management-Wechsel überdauert hat“, sagt er.

Immer wieder konnte Neuseeland in der jüngeren Cup-Vergangenheit mit radikalen Innovationen punkten. „Sie fällen keine emotionalen Entscheidungen, sondern gehen die Aufgaben logisch an“, meint Coutts. Beim 35. America's Cup stellten sie ein ausgefeiltes Kontrollsystem für den Segelflügel, die Tragflächen und Ruder sowie die revolutionären Fahrräder vor, auf denen Profi-Radfahrer mehr Muskelkraft für die Anbord-Hydraulik erzeugen als die herkömmlichen Grinder mit ihren Armkurbeln auf den Booten der Konkurrenz.

Gesteuert wird Neuseelands „Rote Rakete“ von einem Jahrhundert-Talent: Peter „Pistolen-Pete“ Burling und seine fünf Mitstreiter sind für die imposante Flugschau des Kiwi-Katamarans „Aotearoa“ verantwortlich. Burling stellte mit dem Sieg bei seiner Cup-Premiere einen Rekord auf: Der 49er-Olympiasieger ist mit 26 Jahren der jüngste Steuermann, der je den America's Cup gewonnen hat. Längst wird Burling mit Coutts verglichen, der 1984 Olympia-Gold im Finn Dinghi gewann. „Mann, ich würde mich geehrt fühlen, wenn das der Fall wäre. Peter Burling hat die Qualitäten von Champions wie Paul Elvström und ist ganz sicher der zukünftige Star unseres Sports“, hatte Coutts schon vor dem klaren Erfolg eingeräumt.

Neuseeland trug sich mit dem Sieg über Cup-Verteidiger Oracle Team USA in die Geschichtsbücher ein: Mit dem jüngstem Sieger am Steuer ist Neuseeland nach den amerikanischen Rekordgewinnern (29 Siege seit 1851) erst die zweite Nation, die den America's Cup gewonnen, verteidigt, verloren und wieder gewonnen hat. Mit dem Sieg nehmen die Kiwis die älteste Trophäe der Sportwelt mit nach Neuseeland und dürfen die 36. Cup-Auflage ausrichten. Dieses Recht haben Software-Milliardär Larry Ellison und sein Oracle Team nach ihren Siegen in 2010 und 2013 nun verwirkt. (dpa)

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