Sport : SEITENWECHSEL Menschlicher Vulkan

Das Leben eines Eishockeytrainers

Claus Vetter

Schon früh begeisterte sich Hans Zach für die Metzgerei der Eltern. Oder auch für das Angeln und für das Eishockey. Vor allem interessierte sich Hans Zach aber für sich selbst. Und daran hat sich bei dem streitlustigen Bayern, 1949 in Bad Tölz geboren, bis heute nichts geändert. Zach hat es als erfolgreicher Eishockey-Nationaltrainer zu einem erstaunlichen Bekanntheitsgrad gebracht. Zeit, mal mit einem Autor aufzuschreiben, warum das alles so gekommen ist. Der Titel seiner Autobiografie, „Ich, der Alpenvulkan“, zeugt nicht gerade von Bescheidenheit und der Inhalt des Werkes auch nicht.

Auf einem der vielen Privatfotos ist Fleischermeister Zach neben einer Vitrine mit Pokalen zu sehen, daneben steht: „Schon erstaunlich, wie viele Trophäen sich in meiner sehr langen Karriere angesammelt haben.“ Doch bei aller teilweise auch unfreiwilligen Komik - den Erlös aus dem Verkauf des Werkes stiftet der ernste Mensch Zach wohltätigen Zwecken. Und das Buch gibt durchaus interessante Einblicke in eine Kindheit in Krachledernen und die Gedankengänge des passionierten Anglers, dessen Motivationskünste als Trainer legendär sind. Der Tölzer hat das deutsche Eishockey auf internationaler Ebene nach langen Jahren der Tristesse wieder salonfähig gemacht. Zachs bajuwarischer Humor, der dann doch mitunter von einer gewissen ironischen Distanz vor der eigenen Person und dem Leben zeugt, steigert den Unterhaltungsfaktor des mit Beiträgen von Familienmitgliedern und Freunden angereicherten Buches.

Hans Zach: Ich, der Alpenvulkan. Aufgezeichnet von Patrick Reichelt, wero press, Pfaffenweiler, 2003. 220 Seiten, 19,95 Euro.

An dieser Stelle lesen Sie jeden Dienstag einen Buchtipp aus der Welt des Sports.

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