Sport : Selbstbewusst nach Basel

Bremen ist bereit für den internationalen Auftritt

Frank Hellmann[Bremen]

Es hat ein bisschen gedauert, bis die Profis von Werder Bremen die Tragweite ihres ersten Tagwerks einzuschätzen wusste. 5:2 gegen Arminia Bielefeld gewonnen, doch was sagt das über die wirkliche Stärke der Bremer aus? Auch Ivan Klasnic hatte damit ein geringfügiges Problem. „Wir sind Tabellenführer?“, stellte der Kroate nach dem Auslaufen die Gegenfrage, hob kurz die Augenbrauen und entgegnete energisch: „Das ist erst nach 34 Spieltagen wichtig.“

Bloß keine überbordende Freude aufkommen lassen, empfahl Klasnic. „Da oben wollen wir hin, deshalb ist das eine schöne Momentaufnahme und gut für das Selbstbewusstsein“, insistierte Sportdirektor Klaus Allofs. Wartet doch schon am Mittwoch (20.45 Uhr, live bei Premiere) eine anspruchsvollere Herausforderung auf die Bremer: Es gilt beim Schweizer Meister FC Basel das Hinspiel der Champions-League-Qualifikation unbeschadet zu überstehen. Ein Wunschergebnis, Herr Schaaf? „25 zu 0“, sagte der Trainer trocken, um sodann seine realistische Einschätzung preiszugeben. „Wir wissen um die Stärke des FC Basel.“

Werder wird sich in der Abwehr erheblich steigern müssen, soll es im St.-Jakob-Park bei den heimstarken Schweizern nicht eine unliebsame Überraschung geben. Schon den recht braven Arminen gelangen am Samstag mit drei Angriffen zwei Tore durch Krupnikovic und Zuma zum vorübergehenden 2:2. „Es darf nicht passieren, dass wir die Defensive so vernachlässigen“, kritisierte der überragende Miroslav Klose, „wir müssen nach Ballverlusten wieder schneller hinter die Kugel kommen.“ Doch wirkt es nicht so, als wolle Werder von seinem attraktiven Angriffsfußball abrücken, der die Gefahr von Gegentoren irgendwie impliziert.

Ungewiss bleibt zudem, wie lange Ronaldo Aparecido Rodrigues, genannt Naldo, in der Abteilung Toreverhinderung ein Sicherheitsrisiko darstellt. Werders sportliche Leitung hält den 22-jährigen Brasilianer für so stark, dass der im Vorjahr verpflichtete Frank Fahrenhorst mittlerweile auf der Tribüne sitzt. Allofs ist sich sicher, man werde von Naldo „noch viele gute Spiele sehen“. Sein Debüt war ein solches nicht. Allofs nonchalant: „Bei Valerien Ismael ist in München auch etwas schief gegangen.“

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