Sport : Selbstsicher nach Mariendorf

Traben: Wewering kommt mit Primavera

Heiko Lingk

Berlin - Nervosität kennt Heinz Wewering nicht. „Man weiß nie, wie sich ein Rennen entwickelt“, sagt der Mann mit dem Goldhelm, „aber wenn ich mit einem hoch eingeschätzten Pferd antrete, dann erzeugt das keinen nervlichen Druck, sondern es flößt mir Vertrauen ein.“ Mit dieser Einstellung hat es Wewering mit 15652 Siegen zum erfolgreichsten Trabrennfahrer der Welt gebracht. Vor dem Adbell-Toddington-Rennen heute Nachmittag sollte der 55-Jährige aus Castrop-Rauxel eine Menge Vertrauen haben. Schließlich tritt der zweimalige Weltmeister mit der Stute Primavera in Mariendorf an, die in der vergangenen Saison eine der Besten in ihrem Jahrgang war.

Das seit 1922 ausgetragene Adbell- Toddington-Rennen ist die erste große Etappe auf dem Weg zum Deutschen Traberderby im August. Wewering konnte dieses Rennen bereits acht Mal gewinnen, im Anschluss fuhr er vier Mal im Derby als Erster über die Ziellinie. Das Adbell-Toddington-Rennen besitzt also eine gewisse Aussagekraft, und der Rekordmeister glaubt: „Primavera verfügt über viel Klasse, und ich erwarte sie weit vorne.“ Doch Heinz Wewering hat starke Gegner – vor allem die Konkurrenz aus den Niederlanden ist mächtig. Arnold Mollema etwa, einer der erfolgreichsten europäischen Trainer, der mit dem Hengst Unforgettable antritt, oder Peter Strooper, der diesmal Unico Limburgia ins Rennen schickt. Dem 38-Jährigen aus dem kleinen holländischen Küstenstädtchen Callantsoog ist in der letzten Saison ein Überraschungscoup gelungen, als er mit dem schwierigen und vom Temperament her kaum zu bändigen Hengst Silver Star das Adbell-Toddington-Rennen sogar beherrschte.

Erschwerend kommt für Heinz Wewering und Primavera hinzu, dass Hengste gewöhnlich ein wenig schneller als die weiblichen Artgenossen sind. Der letzte Erfolg einer Stute im Adbell-Toddington-Rennen liegt elf Jahre zurück. Kein Anlass allerdings für Pessimismus beim Favoriten – im Sulky saß damals Heinz Wewering.

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