Sport : Selbstvertrauen mit Begeisterung

Die deutschen Volleyballer träumen vom EM-Halbfinale

Oliver Trust

Von Oliver Trust

Karlsruhe. Stelian Moculescu klang wie jemand, der überzeugt war von dem, was er gerade sagte. Dabei war das, was der Volleyball-Bundestrainer von sich gab, nicht eben bescheiden. „Das ist die beste deutsche Mannschaft, die ich jemals betreut habe“, meinte Moculescu. Und in seiner Mannschaft wurde das Vertrauen des Trainers, das er in sie setzt, bestätigt. „Wir haben die Chance auf das Halbfinale und können von einer Medaille träumen“, sagte Kapitän Wolfgang Kuck.

Nach drei Siegen bei der Vorrunde der Europameisterschaft in Karlsruhe über die Slowakei, Tschechien und Spanien wächst das Selbstbewusstsein der deutschen Volleyballer. Selbst die nächsten Gegner Frankreich (Mittwoch) und Italien (Donnerstag) in Leipzig erschrecken niemanden mehr. Früher war das anders. „Wir haben begriffen, dass die Mannschaft zusammen mehr leisten kann als jeder Einzelne“, sagte Kuck. In der Halle von Karlsruhe durften sich die deutschen Auswahlspieler mit des Trainers Segen nach dem 3:1 über Spanien ein Bier gönnen, bevor sie ins Flugzeug stiegen, um nach Leipzig zu fliegen.

Teamgedanke und Gemeinschaftsgefühl sollen sie nun weitertragen. Moculescu weiß trotz der Euphorie genau, „dass wir vieles, was die Franzosen und Italiener taktisch und technisch spielen, noch nicht können. Wir spielen mehr rustikal.“ Aus seiner Mannschaft aber klingt jene Begeisterung herüber, die ihn optimistisch macht. „So eine EM im eigenen Land ist für alle hier der Höhepunkt“, sagte Kuck.

Begeisterung gegen Routine wird das Motto in den Duellen mit den großen Volleyball-Nationen Frankreich und Italien in Leipzig lauten. Aber Moculescu denkt schon weiter. Mit dieser EM beginne erst der Reifeprozess für diese junge Mannschaft. „Wenn die Spieler nach der EM ihre Entwicklung fortsetzen, kann es mit dem Volleyball in Deutschland etwas werden“, sagte der Bundestrainer. In den Spielen gegen Frankreich und Italien geht es nun „um eine bessere Platzierung“, sagte Verbandspräsident Werner von Moltke. Er spricht nicht von einer Medaille, von der deutsche Volleyballteams bisher immer weit entfernt waren. „Was wir jetzt schon erreicht haben, das ist doch schon einmalig“, sagte von Moltke. „Wir sind ziemlich sicher in Berlin bei der Endrunde dabei und schauen nun, was dabei herauskommt.“

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