Selina Hocke begeistert bei Schwimm-DM : Ein Talent taucht auf

Selina Hocke war am vergangenen Wochenende die Überraschung der 125. deutschen Meisterschaften. Die 16-jährige Schwimmerin gewann zwei Titel und verbesserte ihre Rücken-Bestzeiten um Sekunden.

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Kann ihr Glück kaum fassen. Selina Hocke nach dem Sieg über 200 Meter Rücken
Kann ihr Glück kaum fassen. Selina Hocke nach dem Sieg über 200 Meter RückenFoto: dpa

Paul Biedermann hatte abgesagt, Britta Steffen nach einem Vorlauf wegen Erkrankung aufgegeben, aber die deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin bekamen dafür einen Shootingstar: Selina Hocke, 16 Jahre alt vom Schwimmclub Berlin (SwC). Sie gewann überraschend die Titel über 50 und 200 Meter Rücken, wurde am Sonntag über 100 Meter zwei Hundertstel hinter der zehn Jahre älteren Jenny Mensing Zweite. Hocke, deren bestes internationales Einzelergebnis bis dato Platz vier bei der Jugend-EM ist, ging offensiv ins Becken, schwamm Bestzeit um Bestzeit, unterbot die WM-Normen für Vorläufe und Finals in Serie und staunte über sich selbst. „Das ist alles sooo unfassbar. Ich glaubs nicht, ich glaubs nicht, ich glaubs nicht“, ließ sie ihre Freunde auf Facebook an ihrer Freude teilhaben.

Landestrainer Harald Gampe, der sie seit sechs Jahren trainiert, überraschte der Leistungssprung weniger als andere, er habe sich angedeutet. Vor der DM wurde Hocke noch Schul-Weltmeisterin in Israel. Die 16-Jährige sei ein sehr bewusst handelnder Teenager. Davon zeuge ihr Notenschnitt von 1,1 im Sportgymnasium und auch ihr Engagement als Volunteer bei Behindertensport-Wettkämpfen. „Sie hat in jeder Beziehung Potenzial und kann ganz weit nach oben kommen“, sagt Gampe. 50 Kilometer pro Woche trainiert Hocke. „Nicht, weil ich es muss, sondern will“, sagt sie über die Belastung, die ihr Trainer „Hochleistungsbereich“ nennt.

Das hochkarätigste Resultat der Meisterschaft ging aber auf das Konto eines Erfahrenen. Der Olympia-Vierte Steffen Deibler, 26, schwamm über 100 Meter Schmetterling in 51,19 Sekunden deutschen Rekord, Weltjahresbestzeit und war um zwei Hundertstel schneller als Michael Phelps mit seiner Siegerzeit im Olympiafinale von London.

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