Sport : Serena Williams siegt ohne Spiel

Serena Williams ist als erste Debütantin Tennis-Weltmeisterin geworden - aber so recht freuen konnte sie sich darüber nicht. "Es ist schon ein komisches Gefühl, so den Titel zu gewinnen", meinte die 20-Jährige, die 750 000 Dollar erhielt. Spielen oder gar kämpfen musste sie um den Sieg beim Masters in der Münchner Olympiahalle nicht. Ihre Kontrahentin Lindsay Davenport musste das Endspiel am Sonntag verletzt absagen. "Ich habe mir das Knie verdreht und konnte heute Morgen nicht einmal laufen. Es tut mir Leid, aber es ist unmöglich, für mich zu spielen", sagte die Masters-Siegerin von 1999. Anke Huber spielte ein Show-Match gegen Serena Williams, sodass die rund 6200 Zuschauer nicht nach Hause geschickt werden mussten. Es war das erste Damenendspiel eines großen Turniers, das wegen Verletzung ausfiel.

Verletzt hatte Davenport sich im Halbfinale gegen Kim Clijsters aus Belgien. Beim Stande von 5:2 im Tiebreak des dritten Satzes hatte sie einen unglücklichen Schritt gemacht. Eigentlich sah es ganz harmlos aus. "Ich weiß auch nicht, wie es passiert ist. Am Abend aber fing es an, mächtig weh zu tun, und das Gelenk wurde immer dicker", erzählte die 25-Jährige, die mit einer Serie von drei Turniersiegen und 15 Matches ohne Niederlage ins Endspiel gestürmt war.

Ein Trost blieb Davenport: Platz eins der Weltrangliste entriss sie Jennifer Capriati, die nur drei Wochen an der Spitze zubringen durfte. Insgesamt 28 Wochen hatte Davenport diese Position mit Unterbrechungen bereits inne - zuletzt vor 17 Monaten. Aber den totalen Triumph verdarb ihr das lädierte rechte Knie. Schon Anfang des Jahres hatte sie deshalb zweieinhalb Monate pausiert und die French Open verpasst.

Auch für Serena Williams ist die Saison vorbei, denn beim Fedcup in Madrid werden die US-Damen in dieser Woche ihren Titel wegen der Ereignisse am 11. September nicht verteidigen.

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