Serie A : Mafia wollte Lazio Rom übernehmen

Eine "feindliche Übernahme" der besonderen Art hat die neapolitanische Camorra geplant: Sie wollte sich Presseberichten vom Mittwoch zufolge beim Fußballverein Lazio Rom einkaufen. Ex-Stürmerstar Giorgio Chinaglia soll in die Machenschaften verstrickt sein.

RomNach einem Medienbericht fanden Steuerfahnder und Mafiaermittler der römischen Polizei heraus, dass der Camorra-Clan der "Casalesi" in den Jahren 2005 und 2006 mehrere Millionen Euro aus illegalen Geschäften in den Klub investieren wollten. Die Mafiosi hätten zunächst zwei Millionen Euro in bar angeboten, nach einer Ablehnung der Vereinsführung aber versucht, über Scheinfirmen Anteile an Lazio zu erwerben.

Sieben führende Mitglieder des Casalesi-Clans sind den Berichten zufolge in Haft, ein früherer Spieler und Präsident von Lazio, Giorgio Chinaglia, sowie zwei weitere Verdächtige seien untergetaucht. Die Mafia habe bis zu 24 Millionen Euro über Chinaglia in den Klub gesteckt, hieß es ferner. "Wir stehen vor einem neuen Phänomen: Das organisierte Verbrechen hat sehr entschlossen versucht, einen erstklassigen Fußballverein zu erwerben und dabei eine charismatische Persönlichkeit benutzt", sagte Chefermittler Lamberto Gianini. Chinaglia war in den siebziger Jahren Mittelstürmer bei Lazio. (ae/AFP)

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