• Serie: Wann ist am besten Schluss? (Teil 5) : Deshalb kam Henry Maske noch einmal groß zurück

Serie: Wann ist am besten Schluss? (Teil 5) : Deshalb kam Henry Maske noch einmal groß zurück

Der frühere Fußballnationalspieler Marcell Jansen hört mit 29 Jahren auf. Roger Federer ist vier Jahre älter und immer noch einer der weltbesten Tennisspieler. Was treibt den einen noch an, und warum beendet der andere seine Karriere so früh? Fünf Sportler erzählen. Heute: Henry Maske.

Henry Maske
Boxweltmeister Henry Maske beendete mit 32 Jahren seine Karriere - und startete 2007 mit 43 Jahren sein Comeback.
Boxweltmeister Henry Maske beendete mit 32 Jahren seine Karriere - und startete 2007 mit 43 Jahren sein Comeback.Foto: dpa

Meine Niederlage von 1996 gegen Virgil Hill wollte und konnte ich nicht korrigieren. Aber ich dachte mir, wenn ich den amtierenden Weltmeister von 2006, eben diesen Virgil Hill, schlagen würde, das wäre doch eine verdammt geile Nummer. Das war meine Motivation, nicht mehr und nicht weniger.

Das Ganze war naturgemäß auch mit hohem körperlichen Aufwand verbunden. Die morgendlichen, teilweise sehr intensiven Läufe, zum Beispiel, waren fast täglich für mein Vorhaben zwingend nötig. Leichter wurden sie mit diesem Bewusstsein trotzdem nicht. Das anschließende Frühstück, alleine und fernab der Familie, war schon eine echte Herausforderung. Der Ausblick meines Fensters bot mir zur Herbstzeit in Hackensack, einer Kleinstadt vor New York, eher Tristesse. Plattenbau in den USA. Aber vielleicht war es unter anderem auch genau das, was mich täglich motivierte.

"Jetzt ist der Motor an, du kannst das schaffen"

Zu Beginn des Trainings wusste ich nicht, ob mein Körper das mitmachen würde. Doch schon bald gab er mir zu verstehen: Ich bin dabei. Es war ein bisschen wie in dem Film „Over the Top“ mit Silvester Stallone, als er sein Basecap dreht und dann seinen Gegner im Armdrücken besiegt. Auch bei mir war plötzlich so ein Moment da, wo ich wusste: Jetzt ist der Motor an, du kannst das schaffen.

Es ist nicht unangenehm, dieses Rampenlicht. Der Moment des Sieges ist noch viel schöner. Aber im Laufe der Karriere reflektierst du: Diese Momente sind großartig, jedoch ausgesprochen kurz im Verhältnis zur nötigen Zeit der harten Arbeit, der Entbehrung. Was ich damit sagen will: Das Fehlen des Rampenlichts war nicht der Motivator in den Ring zu steigen. (Aufgezeichnet von Martin Einsiedler)

Dies war der letzte Teil unserer Serie "Wann ist am besten Schluss" über das Karriereende folgender Leistungssportler:

Teil 1: Frank Busemann

Teil 2: Magdalena Neuner

Teil 3: Tobias Rau

Teil 4: Thomas Haas

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