Sport : Seriös und erfolgreich

Werders Ex-Präsident Franz Böhmert gestorben

Frank Bachner

Werder ist für mich wie eine Droge“, hat Franz Böhmert Anfang Dezember gesagt, als er in seinem Amt als Aufsichtsrat von Werder Bremen bestätigt worden war. 34 Jahre lang stand der Anästhesist an der Spitze des Fußball-Bundesligisten, von 1970 bis 1999 als Präsident, danach als Vorsitzender des Aufsichtsrats. Kein anderer Funktionär in der Fußball-Bundesliga hatte so lange Spitzenämter inne. Gestern ist Franz Böhmert im Alter von 70 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

In der Ära Böhmerts hat Werder Bremen seine erfolgreichste Zeit erlebt. Der Klub wurde dreimal Deutscher Meister, viermal Deutscher Pokalsieger und gewann 1992 den Europapokal der Pokalsieger. Der Mediziner Böhmert, jahrelang Direktor des Krankenhauses „Links der Weser“, hatte auch den späteren Erfolgstrainer Otto Rehhagel nach Bremen geholt. Böhmert hatte Rehhagel erstmals 1975 getroffen und war tief beeindruckt von ihm. 1976 kam Rehhagel zum ersten Mal, für ein paar Monate, nach Bremen. 1981 unterschrieb der Coach erneut und blieb 14 Jahre. Mit ihm verband Böhmert eine tiefe Freundschaft. Böhmert führte den Verein auf ruhige, seriöse Art. Er sorgte dafür, dass Werder nie unüberschaubare finanzielle Risiken einging. Allerdings geriet er in der vergangenen Saison in die Kritik. Schalkes Manager Rudi Assauer hatte Böhmert erklärt, er werde die Werder-Stars Ailton und Krstajic nach Gelsenkirchen holen. Böhmert informierte seine Kollegen darüber nur unzureichend. Als die Stars wirklich gingen, war der Ärger groß, allerdings nur kurze Zeit.

Böhmert erwarb sich auch als langjähriges Mitglied des Vorstands des Deutschen Fußball-Bundes große Verdienste und viel Respekt.

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