Sport : Sforza macht sich beliebt

Kaiserslauterns umstrittener Regisseur erspielt sich beim 2:0 gegen Hamburg endlich Respekt

Oliver Trust

Kaiserslautern. Sie sprangen sich ausgelassen in die Arme. Sie lachten und gratulierten sich gegenseitig. Beifall und Hochrufe klangen von den Tribünen auf den Rasen herunter. Beim 1. FC Kaiserslautern blüht nach dem 2:0-Sieg über den Hamburger SV wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. Kurz nach der Pause machten Lokvenc und Klose die entscheidenden Treffer. Der FCK holte damit den achten Punkt im vierten Spiel in Folge, bleibt aber wegen der Siege von Cottbus und Leverkusen Tabellenletzter.

„Man hat deutlich gesehen, dass wir wieder an uns glauben. Dann holt man auch wieder Punkte. Cottbus hat es uns vorgemacht. Aber wir sind noch lange nicht da unten raus“, sagte Miroslav Klose.

Vor allem im Mittelfeld hatten die Lauterer das Spiel entschieden. Nach vier Spielen Pause war Ciriaco Sforza in den Kader zurückgekehrt. Der sonst umstrittene Schweizer lieferte endlich eine überdurchschnittliche Leistung und gewann das Duell gegen Hamburgs Spielmacher Cardoso. „Wir waren im Mittelfeld nicht konsequent genug. Es war ein verdienter Sieg für Kaiserslautern. Die waren zielstrebiger, haben die Zweikämpfe gewonnen und viel Druck gemacht", sagte Hamburgs Trainer Kurt Jara, der nach elf Spielen ohne Niederlage erstmals wieder verlor.

Jedem FCK-Profi war die Bedeutung dieser Partie bewusst. „Hätten wir heute nicht gewonnen, wären wir weg gewesen“, sagte Trainer Erik Gerets. Kampf und Einsatz stimmten, auch spielerisch waren Fortschritte zu erkennen. Und über allem schwebte Sforza. „Er war der beste Mann in einer Elf, die sensationell gespielt hat", sagte Gerets. Bei so viel Lob gönnte sich Sforza auch gleich noch ein Eigenlob: „Ich habe Charakter bewiesen und das Spiel von der ersten Minute an in die Hand genommen." In Kaiserslautern blicken nun alle gebannt auf den nächsten Mittwoch, wenn die entscheidende Sitzung mit dem Land, der Stadt Kaiserslautern, dem Klub und den Banken stattfindet, die zur Rettung des hoch verschuldeten Vereins beitragen soll. „Ich bin optimistisch, dass es gelingt", sagte Präsident Jäggi.

Der HSV nahm die Niederlage nicht tragisch. „Kein Beinbruch“ sei das, sagte Sergej Barbarez, der die einzigen beiden Torchancen der Gäste vergab. Trainer Jara war angeblich sogar „froh, dass unsere Serie auswärts zu Ende gegangen ist“, denn, so sagte er im Nachsatz: „Jetzt können wir daheim wieder eine neue starten.“ Nächster Gegner ist am Sonntag in der AOL-Arena Hertha BSC.

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