Sicherheit : Deutsche Hooligans bei der EM als Security im Einsatz

Iin Klagenfurt sind neun Deutsche als Sicherheitspersonal eingesetzt worden, obwohl sie beim Bundeskriminalamt als Gewalttäter erfasst sind.

Beim Spiel zwischen Deutschland und Polen in Klagenfurt haben neuen Deutsche gearbeitet, obwohl sie in der Datei „Gewalttäter Sport“ beim Bundeskriminalamt erfasst sind. Das bestätigte das Organisationskomitee am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Unsere Vertragspartner waren für das entsprechende Screening des Sicherheitspersonals verantwortlich. In neun Fällen gab es bei einem Routinecheck Ungereimtheiten, wir haben daraufhin sofort reagiert. Diese Personen werden in Zukunft nicht mehr bei Spielen eingesetzt. Konkrete Verfehlungen gab es keine“, sagte der österreichische Turnierdirektor Christian Schmölzer. Die Angestellten des Unternehmens hätten beim ersten deutschen EM-Spiel der Deutschen im Stadion in Klagenfurt gearbeitet, seien aber nicht mehr im EM-Dienst, sagte OK-Sprecher Wolfgang Eichler.


Das EM-OK bestätigte damit Berichte von „Spiegel online“ und der „Welt am Sonntag“ vom Wochenende, in denen von mehreren auffälligen Mitarbeitern geschrieben worden war. Die österreichische „Kronenzeitung“ hatte zunächst sogar von 18 Mitarbeitern einer in Klagenfurt tätigen Sicherheitsfirma gesprochen, die nach einer Überprüfung durch die Polizei aufgefallen waren. Der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Group 4 Österreich, Wolfgang Kahle, bestätigte der „Welt am Sonntag“ die Tatsache, betonte aber: „Gegen diese Sicherheitskräfte liegt nach österreichischem Recht nichts vor.“ Aus Personalmangel habe Group 4 etwa 240 Helfer aus der Bundesrepublik für die Spielstätte Klagenfurt geholt, die meisten aus Sachsen. „Alle wurden mehrfach sicherheitspolizeilich überprüft und sind dabei lückenlos durchgekommen“, sagte er. Vor dem Turnier waren insgesamt 38 000 Personen, die einen Akkreditierungsantrag gestellt hatten, durch die Behörden sicherheitsrelevant überprüft worden. Als Ordnungskräfte sind allein in Österreich insgesamt 3900 Personen im Einsatz. In der Datei „Gewalttäter Sport“ sind beim Bundeskriminalamt die Daten von etwa 9700 Hooligans und bei Sportereignissen auffällig gewordenen Personen gespeichert. (dpa)

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