Sport : Sicherheit durch Tore

Hertha will Duell mit Tiflis im Hinspiel entscheiden

Stefan Tillmann

Berlin - Hertha BSC will drei Tage vor Beginn der neuen Saison in der Fußballbundesliga die Ziele der letzten Spielzeit vollenden und in den Uefa-Cup einziehen. Vollmundig verkündete Trainer Falko Götz, dass bereits im Hinspiel gegen Ameri Tiflis am heutigen Donnerstag (Jahnsportpark, 19 Uhr) der Einzug klargestellt werden soll. Mit der Ankündigung, offensiven Fußball spielen und deutlich gewinnen zu wollen, versucht der Hertha-Trainer gleichzeitig, viele Zuschauer in den Jahnsportpark zu locken. Die Hertha-Verantwortlichen wissen, dass Tiflis keine Attraktion darstellt. Das sieht man schon daran, dass das Fernsehen das Spiel nicht überträgt und die Fans mehr über den ersten Bundesliga-Gegner VfL Wolfsburg sprechen, auch nicht gerade eine große Nummer.

Falko Götz deutet es positiv: „Da das Spiel nicht übertragen wird, werden mehr Leute ins Stadion kommen.“ Der Verein musste extra einen Antrag an den Europäischen Fußballverband (Uefa) stellen, um das Spiel in dem Stadion austragen zu dürfen, das nur 20 000 Zuschauer fasst. Hauptgrund für den Umzug seien Umbauarbeiten nach Konzerten im Olympiastadion gewesen. Wahrscheinlich hatten die Berliner aber auch Angst vor einer Geisterkulisse. „Die Atmosphäre beim UI-Cup-Spiel gegen FK Moskau war toll“, sagte Götz. Das magere 0:0 hatten 8500 Zuschauer gesehen.

Mit einem Sieg und offensivem Fußball würde Hertha gleichzeitig dem nächsten Saisonziel näher kommen. Götz hatte angekündigt, dass die Entwicklung und das Auftreten der Mannschaft im Vordergrund der kommenden Spielzeit stehen sollen. „Spiele im internationalen Wettbewerb sind dafür natürlich eine wichtige Erfahrung.“ Gegen Tiflis setzt Götz aber auf die bewährten Spieler. Kevin-Prince Boateng und Dennis Cagara fehlen nach wie vor verletzt. Neuzugang Christian Gimenez ist noch nicht spielberechtigt. Spieler aus der zweiten Mannschaft werden allenfalls eingewechselt. Sie haben am Sonntag im Jahnsportpark gespielt und beim 0:3 gegen den 1. FC Union enttäuscht.

„Das Spiel ist wichtig für den Verein“, sagte Götz; die besondere Bedeutung der Partie für das Team erwähnte er nicht. Alles andere als ein sicherer Sieg gegen Tiflis würde die Mannschaft verunsichern, die vor der Saison immer noch nicht weiß, was sie kann. Marcelinho hat sportlich eine Lücke hinterlassen. Deswegen gibt sich Hertha Mühe, den Gegner nicht zu unterschätzen. Die Berliner haben einen Beobachter zum ersten Ligaspiel nach Georgien geschickt und Videobänder gesichtet. Tiflis bleibt aber trotzdem klarer Außenseiter. In der abgelaufenen Spielzeit war das Team Neunter in der georgischen Liga. Nur über den nationalen Pokalwettbewerb hat sich der Klub qualifiziert. In der letzten Runde des UI-Cups kam Ameri Tiflis knapp gegen Banants Eriwan aus Armenien weiter. Herthas neuer Stürmer Srdjan Lakic soll heute erste Erfolgserlebnisse sammeln.

In zwei Wochen fahren die Berliner dann in die georgische Hauptstadt. Am 24. August findet das Rückspiel statt. Hertha BSC wird dann schon zwei Bundesligaspiele absolviert haben. Zum ersten Heimspiel gegen Hannover 96 werden die Fans wieder in größerer Zahl ins Stadion kommen. „An den Bundesligaauftakt denken wir frühestens in der Halbzeitpause des Tiflis-Spiels“, sagte Götz selbstbewusst. Bei einer deutlichen Führung könnte er taktische Formationen üben oder doch einem jungen Spieler zu Selbstbewusstsein verhelfen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben