Sport : Sie sind gar nicht gemeint

Stefan Hermanns über Bierhoffs Kampf für Jens Lehmann

Stefan Hermanns

Oliver Bierhoff, man kann das ruhig so sagen, hat sich zu einem ziemlich furchtlosen Menschen entwickelt. Seitdem er Manager der Nationalmannschaft ist, hat er sich mit Gott und der Fußballwelt angelegt, mit Hoeneß, Rummenigge und den Bayern immer wieder gerne, auch mit allen anderen Großklubs der Liga, stets im Sinne der guten Sache natürlich. Gestern sah sich Bierhoff wieder einmal zu einer internationalen Intervention genötigt, und wenn der FC Arsenal zufällig der Bundesliga angehörte, wären dem Manager der Nationalmannschaft wohl längst die unflätigsten Reaktionen um die Ohren geflogen, von wegen Unverschämtheit oder unzulässige Einmischung in unsere Angelegenheiten.

Bierhoff hatte in einem Interview angedeutet, dass er Nationaltorhüter Jens Lehmann unter Umständen zu einem Vereinswechsel raten werde, wenn er bei Arsenal dauerhaft auf der Ersatzbank sitzen bleibe. Dass die Londoner darauf nicht reagierten, spricht zum einen für ihre Klasse, zum anderen für eine Gelassenheit, die vielen deutschen Klubs in einem ähnlichen Fall abgehen würde. In Bierhoffs Äußerungen sind einfach zu viele Wenns und Falls’ vorhanden, als dass sie eine Reaktion erforderten. Die Londoner haben vermutlich erkannt, dass Bierhoff weder sie noch ihren Trainer Arsène Wenger gemeint hat. Gemeint ist allein Jens Lehmann, der wissen soll, dass er von der Führung der Nationalmannschaft jede Unterstützung bekommt, die er braucht. Falls und wenn er sie denn braucht.

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