Sport : Sieg auf den letzten Metern

Julia Nesterenko gewinnt die 100 m der Frauen

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Athen Zehn Meter vor dem Zielstrich lag sie noch auf dem zweiten Platz, aber dann zog Julia Nesterenko mit einem unwiderstehlichen Finish doch noch an der US-Amerikanerin Lauryn Williams vorbei und wurde Olympiasiegerin über 100 m. Williams konnte nicht verhindern, dass zum ersten Mal seit den Olympischen Spielen 1984 keine US-Amerikanerin den Frauen-Sprint gewann.

Nesterenko – erste weißrussische Olympiasiegerin in der Leichtathletik überhaupt – lag in 10,93 Sekunden drei Hundertstelsekunden vor Williams. Eine weitere Hundertstel zurück belegte Veronica Campbell aus Jamaika den Bronzerang. Campbell war eine von drei Läuferinnen aus Jamaika, die das olympische Finale erreicht hatten.

Schon in den Halbfinals war die Überraschungssiegerin Nesterenko die beste Zeit (10,92) und einen neuen Landesrekord gelaufen. Dort endete für Gail Devers der Traum, als erste Frau zum dritten Mal hintereinander 100-m-Gold bei Olympia zu gewinnen. Zweieinhalb Stunden vor dem Endlauf scheiterte die bereits 37 Jahre alte Amerikanerin als Sechste in 11,22 ebenso wie Frankreichs Europarekordlerin Christine Arron und die bereits 44 Jahre alte Merlene Ottey (je 11,21) bei ihrer siebten Olympiateilnahme.

Von vornherein nicht dabei waren die bei den US-Trials gescheiterte Siegerin von Sydney 2000, Marion Jones, und diewegen Dopings gesperrten Kelli White und Torri Edwards (alle USA). Auch die Silbermedaillengewinnerin von Sydney fehlte, die Griechin Ekaterini Thanou hatte nach dem Versäumen einer Dopingkontrolle und einem angeblichen Motorradunfall freiwillig auf ihre Teilnahme verzichtet. Dass die Favoritinnen der vergangenen Jahre diesmal nicht am Start waren, wird aber vor allem der strahlenden Siegerin Julia Nesterenko egal gewesen sein. Tsp

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