Sport : Sieg der Sterne über die Tradition

Mit Tradition hält man es im deutschen Eishockey nicht so sehr. Der Modus wird alljährlich geändert. Die Bundesliga heißt nicht mehr Bundesliga. Und die Vereine haben ihre schönen alten Namen abgelegt. In München zum Beispiel, da haben sie seit 1979 eine dreifache Metamorphose in Liga eins hinter sich. EHC 70, Hedos, Maddogs - alle schon vergessen, heute spielen dort die München Barons Eishockey.

Um so erstaunlicher war es, dass sich ein Klub seit seiner Gründung stur gegen alle Trends stemmte. Selbst noch zu Zeiten, als so mancher die Deutsche Eishockey-Liga mit einem Zoo verwechselt haben mag, weil sich dort im Wesentlichen Panther, Adler und Tiger tummeln. 1935 wurde die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft gegründet. Trotz mancher Probleme mit den Finanzen - ihr Name stand 77 Jahre für ein Markenzeichen, dass für Qualität und Popularität bürgte. Die DEG gewann sieben deutsche Meisterschaften, war sogar im Endspiel um den Europapokal.

Seit Freitag gibt es den bekanntesten deutschen Eishockeyverein nicht mehr. Zumindest nicht mehr unter seinem Namen. Das letzte Stück Tradition ist aus der DEL verschwunden. Denn Tradition ist nicht mehr bezahlbar. Im Stadion an der Brehmstraße spielen fortan die DEG Metro Stars. Der Name des Handelskonzerns Metro ziert das Vereinslogo, der traditionelle Löwe wurde in eine kleine Ecke eines Sterns verbannt. Auf Düsseldorfs Straßen ließen die neuen Sponsoren schon vor dem Freitag einen "Sieg der Sterne!" großflächig plakatieren. Die Fans sind damit noch lange nicht gewonnen. Die werden weiterhin schlicht ihre De-Eh-Ge anfeuern. Ohne Stars und Sterne.

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