Sieg für Bundesliga-Klubs : Internet-Tickets: Handeln verboten

Gerichte untersagen den Weiterverkauf von Karten für Bundesligaspiele bei Ticketbörsen im Internet. Bundesligaklubs hatten geklagt.

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Berlin - Das Stadion ist ausverkauft, aber es gibt noch jede Menge Tickets. Bei Börsen im Internet sind sie zu kaufen, oft zu weit höheren Preisen. Zwei Vereine aus der Fußball-Bundesliga haben jetzt einen Erfolg erzielt gegen die virtuellen Marktplätze. Borussia Dortmund hat der Ticketbörse Viagogo durch das Landgericht Dortmund untersagen lassen, Eintrittskarten für die Heimspiele des Klubs anzubieten. Dem Hamburger SV gelang ein ähnlicher Sieg vor dem Landgericht Hamburg gegen die Plattform Seatwave.

Es ist kein Zufall, dass sich gerade diese beiden Vereine gegen den Onlinehandel zur Wehr setzen. Ihre Stadien sind oft ausverkauft, hohe Nachfrage ist ein Anreiz für Geschäfte. „Es geht uns um den Schutz der Fans“, sagt Matthias Naversnik, der Ticketingleiter von Borussia Dortmund. Und sein Hamburger Kollege Kai Voerste sagt: „Man fragt sich schon, warum wir Karten für 20 Euro verkaufen, wenn sie dann im Internet 100 kosten.“

Die beiden Urteile sind allerdings erst Etappensiege. Beide unterlegene Unternehmen haben nun einige Wochen Zeit, um Rechtsmittel einzulegen und damit die nächsthöhere Instanz zu bemühen. Weder Borussia Dortmund noch der HSV rechnen damit, dass die Angelegenheit ausgestanden ist. „Ich kann mir gut vorstellen, dass das Oberlandesgericht im nächsten Jahr eine Entscheidung treffen wird“, sagt Voerste.

Privater Weiterverkauf bleibt weiter legal

Der Hamburger SV hatte 2008 schon bis zum Bundesgerichtshof gegen eine Ticketbörse gekämpft. Das Gericht untersagte aber nur den gewerbsmäßigen Weiterverkauf der Tickets, nicht den privaten. Die Plattformen sind schließlich auch eine Gelegenheit, sein Ticket weiterzugeben, wenn man am Spieltag verhindert ist. Der HSV änderte daraufhin seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Jetzt muss der Käufer auf dem Ticket mit dem Eintrag seines Namens die Bedingungen akzeptieren. Und dazu gehört, dass die Karte ihre Gültigkeit verlieren kann, wenn sie bei einer vom Verein nicht autorisierten Ticketbörse erworben wurde.

Das Landgericht Hamburg hält das für angemessen und sieht auch weiterhin die Interessen der Kartenkäufer gewahrt. „Durch die in den neuen Geschäftsbedingungen eingeräumte Rücktrittsmöglichkeit bis kurz vor dem Spiel wird dem Kundeninteresse ausreichend Rechnung getragen“, heißt es in dem Urteil. Kai Voerste sagt: „Es geht uns nicht darum, die Rechte der Fans einzuschränken. Ich kann auch weiterhin das Ticket an meinen Kumpel weitergeben, er streicht meinen Namen durch und schreibt seinen drüber. “

HSV prangert Leerverkäufe an

Es gehe seinem Verein auch um die Sicherheit, denn in Onlinebörsen gebe es keine Kontrolle, wer die Karten erwerbe. „Wir wollen deutlich machen, dass eine Täuschung durch die Ticketbörsen vorliegt.“ Sie seien nicht berechtigt, Tickets seines Klubs anzubieten. Oft böten die Ticketbörsen auch schon Eintrittskarten an, obwohl der Vorverkauf noch gar nicht begonnen habe. „Das sind Leerverkäufe, wie sie gerade in der Finanzkrise als schlechtes Modell angeprangert wurden“, sagt Voerste. Seatwave äußerte sich bislang nicht zum Verfahren mit dem HSV.

Die Bundesligaklubs kämpfen um die Hoheit über ihr Ticketgeschäft. Aber die Ticketbörsen werden von manchen Klubs auch eingebunden. Der FC Bayern München etwa hat einen Vertrag mit Viagogo geschlossen, die Firma ist die offizielle Börse zum Kauf und Tausch von Tickets des Rekordmeisters.

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