Sport : Sieg für die Eisbären

Beim Deutschland-Cup ist in jedem Team ein Berliner

Claus Vetter

Berlin. Es wird sozusagen ein Vereinstreffen sein, was da vom 7. bis 9. November in der Preussag-Arena stattfindet. Vier Eishockey-Nationalteams werden in der Großarena auf dem Hannoveraner Messegelände beim Deutschland-Cup gegeneinander antreten: außer Gastgeber Deutschland spielen noch die Auswahlteams der USA, von Kanada und der Schweiz. Und – dies ist einmalig – bei allen vier Mannschaften sind Angestellte des EHC Eisbären beschäftigt. Auf und neben dem Eis.

Für Deutschland spielen Torwart Oliver Jonas und Verteidiger Rob Leask, für die USA die Stürmer Kelly Fairchild und David Roberts. Bei Kanada werden Micki Dupont, Steve Walker, Denis Pederson und Rob Shearer auf die Kommandos von Dave King hören und auch auf die ihres Klubtrainers: Pierre Pagé ist beim Team Kanada Kotrainer. Den gleichen Posten nimmt – bei der Schweiz – Peter John Lee ein. Dort ist der Berliner Manager Assistent von Trainer Ralph Krüger.

Somit steht jetzt schon fest, dass sich am Ende des Turniers mindestens ein Eisbär als Sieger feiern lassen kann. Peter John Lee sieht es allerdings weniger verklärt. „Die Situation ist schon ein wenig komisch“, sagt er. Es kann nämlich in Hannover schon mal passieren, dass der Vereinsmanager aus Berlin mit dem Assistenztrainer aus der Schweiz in einen Interessenskonflikt gerät. „Als wir vergangenes Jahr mit der Schweiz gegen Deutschland gespielt haben, spielte ausgerechnet Oliver Jonas gegen uns“, sagt Lee. „Als Oliver dann einmal weit aus seinem Tor herauskam und mit einem Schweizer zusammenstieß, hatte ich furchtbare Angst. Ich dachte: Hoffentlich verletzt der sich nicht.“

Oliver Jonas hat sich nicht verletzt. Überhaupt hat der Eisbären-Torhüter in seiner Karriere in der Nationalmannschaft ausschließlich Gutes erlebt. Sechs Spiele hat Jonas für die Auswahl bestritten, mit ihm hat das Team noch nicht verloren. Jonas soll auch schon am 5. November, beim Freundschaftsspiel gegen Kanada, in der Kölnarena zum Einsatz kommen. Beim Deutschland-Cup wird der Berliner sich mit Robert Müller (Krefeld) und Marc Seliger (Mannheim) abwechseln.

Bei den Eisbären muss sich Jonas den Arbeitsplatz mit Rich Parent teilen. Gestern, beim Spiel der Eisbären in Augsburg (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet), stand wieder der Kanadier im Tor. Befriedigend ist diese Situation für Jonas nicht. „Natürlich würde ich gern mehr spielen“, sagt er. Immerhin, in Hannover kann Jonas dann ja seinem Klubtrainer ein wenig vorspielen – am besten, wenn es gegen Kanada geht.

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