Sieg gegen starken Robin Krasniqi : Boxer Jürgen Brähmer bleibt WBA-Weltmeister

Jürgen Brähmer bleibt Weltmeister im Halbschwergewicht. Nach dem Sieg über den Münchner Krasniqi wird über sein nächstes Ziel spekuliert. Auch Talent Vincent Feigenbutz macht mit einem weiteren K.o. auf sich aufmerksam.

Sieg in Rostock: Jürgen Brähmer hat seinen WBA-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht erfolgreich verteidigt. Foto: dpa
Sieg in Rostock: Jürgen Brähmer hat seinen WBA-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht erfolgreich verteidigt.Foto: dpa

Boxweltmeister Jürgen Brähmer dreht auf der Zielgeraden seiner Karriere erst richtig auf. In einem rassigen Kampf stoppte er Samstagnacht in Rostock den ehrgeizigen Herausforderer Robin Krasniqi aus München und verteidigte seinen WBA-Titel im Halbschwergewicht erfolgreich. „Jürgen wird von Kampf zu Kampf besser“, lobte Promoter Kalle Sauerland den 36-jährigen Schweriner nach dessen Sieg durch technischen K.o. in der zehnten Runde. Es war sein 34. vorzeitiger Erfolg im 48. Kampf. Sauerland: „Das war Werbung fürs Boxen.“

An dem hochklassigen Duell vor 4800 Zuschauern in der Stadthalle hatte auch Verlierer Krasniqi ein gerüttelt Maß Anteil. Mit explosiven Attacken beeindruckte er Brähmer einige Male. „Ein sehr starker Kampf von Robin. Er hat mir alles abverlangt“, gestand der Titelverteidiger. „Ich habe ein, zwei Treffer genommen, die ich hatte nicht nehmen wollen.“ Doch die wirksameren Schläge feuerte Brähmer ab. Während Krasniqis Treffer den Champion
nicht aus der Bahn werfen konnten, stolperte der 27 Jahre alte Herausforderer mehrfach durch den Ring. In der neunten Runde zählte der Ringrichter den gebürtigen Kosovo-Albaner gar an.

„Der Gegner ist wirklich ein sehr starker Mann“, meinte Krasniqi, dessen Ecke das Duell in der Pause zur zehnten Runde aufgab. „Ich muss erst mal zur Ruhe kommen, um zu verstehen, was passiert ist.“ Seine Enttäuschung war so groß, dass er erst gar nicht zur nächtlichen Pressekonferenz erschien. Zudem musste er einen Cut an der Lippe nähen lassen. „Er wird sich zwei, drei Wochen verkriechen“, prophezeite Promoter Ulf Steinforth aus dem Magdeburger SES-Stall und versicherte: „Der ist so ehrgeizig, der Typ. Der kommt zurück.“

Jürgen Brähmer musste seine Taktik im Kampf umstellen

Die Vorbereitung im Bayerischen Wald und im heimischen Gym war anhand der Messwerte so gut verlaufen, dass Krasniqis Lager bereits heimlich frohlockt und sich den Titelgewinn in allen Facetten ausgemalt hatte. „So ganz lief es nicht nach Plan“, beschrieb Brähmers Trainer Karsten Röwer die starke Gegenwehr. Sein Schützling stellte die Taktik wegen Krasniqis kompakter Doppeldeckung um. „Ich wollte ihn locken“, erklärte der Mecklenburger. Prompt fing er sich einige Treffer ein, hatte fortan aber mehr Platz für eigene Attacken. Die Schläge, die er nehmen musste, wirkten bei Brähmer wie Weckrufe. „Vielleicht brauche ich das. Dann werde ich aktiver“, meinte er.

Promoter Sauerland ließ Brähmers nächstes Ziel offen. „Wir bleiben erst mal im Halbschwergewicht“, sagte er, um dann zu erklären: „Wir legen uns aber nicht fest. Ich bin ein Fan vom Turnier.“ Gemeint ist eine Viererrunde mit Arthur Abraham, Felix Sturm, Robert Stieglitz und eben Brähmer im Supermittelgewicht. Ob's kommt, wer weiß?

Talent Vincent Feigenbutz - bessere K.o.-Quote als Klitschko

In eben diesem Limit (76,2 kg) ist Talent Vincent Feigenbutz eine Option für die Zukunft. Der 19-Jährige schlägt seine Rivalen reihenweise k.o. So auch am Samstag im Duell um den Interkontinentaltitel der WBO. Den bis dahin in 22 Kämpfen unbesiegten Ungarn Balazs Kelemen setzte Feigenbutz durch technischen K.o. in der neunten Runde außer Gefecht. Es war sein 18. vorzeitiger Sieg im 20. Kampf. Eine derart beeindruckende K.o.-Quote kann nicht mal Wladimir Klitschko vorweisen. Sauerland ist begeistert: „Vince ist nichts für Old-School-Feinschmecker. Er fängt sich auch was ein. Aber was reinkommt, geht tausendfach wieder raus.“

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