Sieg gegen Zürich : FC Bayern mit einem Bein in der Königsklasse

Wieder nicht überzeugt, aber Wunschergebnis erreicht: Der FC Bayern München hat die Tür zur Champions League weit aufgestoßen und kann auf Einnahmen von 25 Millionen Euro hoffen. Jupp Heynckes ist trotz des 2:0-Erfolgs unzufrieden.

Mario Gomez (r.) vergibt gegen Zürichs Ricardo Rodriguez (l.) und Torwart Johnny Leoni eine Torchance.
Mario Gomez (r.) vergibt gegen Zürichs Ricardo Rodriguez (l.) und Torwart Johnny Leoni eine Torchance.Foto: dapd

Der Sieg ist eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag (23. August) beim Schweizer Vizemeister im Letzigrund. Letztmals nicht in der europäischen Königsklasse vertreten war der FC Bayern vor vier Jahren. Dennoch zeigte sich Bayerns Arjen Robben enttäuscht von der Vorstellung des Rekordmeisters. „Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht gut genug sind. Wir müssen uns verbessern, mehr Leidenschaft zeigen“, sagte der Holländer dem Pay-TV-Sender Sky. „Wir haben zu Anfang der zweiten Halbzeit mehr Tempo gemacht, aber man muss das Tempo auch wechseln. Mit Tempowechseln macht man auch gegnerische Mannschaften verrückt“, analysierte Münchens Trainer Jupp Heynckes gegenüber Sat.1 und fügte an: „Wir müssen aggressiver spielen.“

Um die zuletzt gescholtene Offensive zu beleben, war der nach Rückenproblemen genesene Robben in die Startelf zurückgekehrt. Dafür musste überraschend Nationalspieler Thomas Müller weichen, der vor dem Spiel noch daran erinnert hatte, dass der FC Bayern 1999 nach einem Sieg in den Qualifikationsspielen für die Champions League sogar das Finale gegen Manchester United erreicht hatte.

Zweimal in der Geschichte hatten die Münchner bisher in Qualifikationsspielen für die europäische Königsklasse nachsitzen müssen, zweimal hatten sie sich souverän durchgesetzt. Gegen den FC Zürich startete der große Favorit jedoch äußerst behäbig. Nach dem ersten Warnschuss der Gäste durch einen Kopfball des ehemaligen Herthaners Amine Chermiti (4.) brachte jedoch gleich der erste gelungene Angriff die frühe Führung. Robben zirkelte von rechts eine tolle Flanke nach innen, die Schweinsteiger aus etwa zehn Metern einköpfte. Der Vize-Kapitän gab damit seine persönliche Antwort auf die von Oliver Kahn entfachte Diskussion um die vermeintliche Führungsschwäche der Bayern-Kapitäne Lahm und Schweinsteiger.

Der Jubel war riesig, die spürbare Nervosität bei den Bayern wich jedoch nicht. Vier Minuten nach dem 1:0 tauchte Lahm völlig frei vor dem Züricher Tor auf, doch FCZ-Keeper Johnny Leoni vereitelte die Chance. Es sollte die letzte bis zur Pause sein. Danach dominierten die Gastgeber zwar, doch wie schon in den ersten drei Pflichtspielen mangelte es am schnellen Umschalten nach vorn, der Genauigkeit und dem finalen Pass. Vor allem Franck Ribery blieb immer wieder in der massierten Verteidigung der Gäste hängen. So plätscherte das Spiel dahin, für die Bayern galt das Motto „Safety First“.

Nach dem Pfeifkonzert der 66.000 Zuschauer und einer Ansprache von Präsident Uli Hoeneß in der Kabine kamen die Bayern mit wesentlich mehr Schwung zurück. Jetzt wurde schnell kombiniert, und schon gab es Chancen fast im Minutentakt. Zunächst schoss jedoch der glücklose Torjäger Mario Gomez (51.) aus acht Metern freistehend den Ball am Tor vorbei, dann scheiterte Lahm in ebenso guter Position an Leoni (53.), und auch Robben konnte den Ball nicht zum längst verdienten 2:0 unterbringen (56.). Ribery hatte schließlich auch noch Pech, als ein kapitaler Freistoß an den Pfosten krachte (60.).

Erst Robben erlöste die Fans und Präsident Hoeneß mit seinem Traumtor in der 72. Minute.

Den ersten Höhepunkt hatte es bereits vor dem Spiel gegeben: Ehrenpräsident Franz Beckenbauer wurde das erste Exemplar der Vereinschronik „4 Sterne und 111 Jahre“ überreicht. 556 Seiten lang, fast 30 Kilo schwer, und für schlappe 2999 Euro zu erhalten.

Allerdings sind das Peanuts gegen die geschätzten 25 Millionen Euro garantierte Einnahmen in der Gruppenphase der Königsklasse. Schon die Qualifikationsspiele bringen 2,1 Millionen Euro. In der vergangenen Saison hatte der FC Bayern allein von der Europäischen Fußball-Union über 32 Millionen Euro kassiert. (dapd)

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