Sport : Sieg im Rennen der lahmen Enten

Es ist schon frappierend. Da geben die beiden Fußballvereine Hertha BSC und Schalke 04 am selben Wintertag bekannt, dass ihre Trainer im Sommer gehen. Und auf einmal gelingt Hertha nichts mehr und Schalke alles. Schalke gewinnt gegen Bayern und Bayer, Hertha verliert gegen Köln und Cottbus. Das Team von Trainer Huub Stevens ist im neuen Jahr ungeschlagen, das ehemalige Team von Trainer Jürgen Röber immer noch ohne Sieg. Stevens wird auf Schalke gefeiert, Röber in Berlin geschasst.

Was hat der eine, was der andere nicht hat? Den Tunnelblick, der nur geradeaus geht. Die Fähigkeit, sich voll auf eine Sache zu konzentrieren und alle Nebengeräusche auszuschalten. Den Willen, sich für eine Sache einzusetzen, auch wenn das Ende absehbar ist. Während Röber sich zuletzt nicht einmal mehr Mühe gab, seine Motivationsprobleme zu verbergen, wirkte Stevens immer voll konzentriert und auf den Erfolg fixiert. Das ist gut für Hertha. Denn der Holländer traut sich zu, dass er vom Sommer an auch im lauten Berlin schafft, was ihm zuvor im ruhigen Ruhrpott gelang.

Aber Stevens hat noch etwas, was Röber nicht hatte. Eine Mannschaft mit Charakter. Schalke war am Jahresende am Boden. Sogar das Minimalziel Uefa-Cup schien verspielt. Doch die Mannschaft riss sich zusammen, obwohl ihr Chef genauso wie Röber nur noch als lahme Ente galt. Als Trainer auf Abruf. Gerade die umstrittenen Spieler wie Mpenza und Böhme rafften sich auf und sind nun für den derzeitigen Schalker Aufschwung verantwortlich. In Berlin ging es nur noch bergab. Der Tunnelblick allein wird Huub Stevens hier nicht reichen - ein paar neue Spieler braucht er auch.

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