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Sieg in Brasilien vor Lewis Hamilton : Formel 1: Nico Rosberg gewinnt den großen Trostpreis

Der deutsche Mercedes-Pilot siegt in Brasilien vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Rosberg sicher sich so den Vize-WM-Titel vor Sebastian Vettel, der im Ferrari Dritter wird.

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Foto: AFP

Nico Rosberg hat zumindest die von ihm selbst ausgerufene „Mini-WM“ gewonnen. Mit einem Sieg beim Formel-1-Rennen in Brasilien setzte er sich im Kampf und den Vize-Weltmeistertitel gegen seinen deutschen Rivalen Sebastian Vettel durch. In Interlagos siegte Rosberg vor seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton, Vettel wurde Dritter. Rosberg liegt vor dem WM-Finale in Abu Dhabi in zwei Wochen uneinholbare 31 Punkte vor dem Ferrari-Piloten auf dem zweiten WM-Rang. „Es war ein fantastisches Wochenende hier für mich – auch wenn natürlich der Schatten von Paris darüber liegt“, sagte Rosberg nach seinem fünften Saisonsieg. „Aber für mich lief alles perfekt, ich konnte das Rennen immer kontrollieren – und das war heute das Wichtigste.“

Rosberg hatte von der ersten Startposition weg die Führung behauptet, auch wenn es in der ersten Kurve gegen seinen Teamkollegen Hamilton wieder einmal sehr eng wurde. Doch diesmal musste der Brite auf der Außenbahn zurückstecken. Danach attackierte Hamilton zwar immer wieder rundenlang sehr heftig, aber an ein Vorbeikommen war nicht zu denken. „Es ist hier unmöglich zu überholen“, funkte der Weltmeister frustriert an die Mercedes-Box. Auch weil Rosberg souverän die Spur hielt und unter Druck keinen Fehler beging. „Nico hat sich niemals eine Blöße gegeben, auch als der Druck von Lewis groß war“, lobte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Sebastian Vettel versuchte es mit einer etwas anderen Strategie als die beiden Spitzenreiter, doch es half nichts: An die beiden Silberpfeile kam er nicht heran. Trotzdem war er zufrieden mit seinem 13. Podestplatz der Saison. „Es war insgesamt ein gutes Rennen für uns“, sagte er. „Ich dachte, ich könnte vielleicht am Start was machen, aber das klappte leider nicht – und nachher waren sie dann eben doch wieder ein bisschen schneller als wir."

Kurz vor Schluss gab auch Hamilton die Jagd nach dem Sieg endgültig auf, nachdem zunächst seine Reifen abbauten und er sich dann bei einer Überrundung auch noch einen Schaden am Unterboden zugezogen hatte. Der Brite muss also weiter auf seinen ersten Brasilien-Sieg warten, an dem ihm in der Heimat seines großen Idols Ayrton Senna so viel liegen würde. „Es ging einfach nicht, es ist so schade“, erklärte Hamilton auf dem Podest, während die brasilianischen Fans „Senna, Senna“-Sprechchöre ausstießen.

Vor dem Rennen hatte es Verwirrung um die Schweigeminute gegeben. Die war ursprünglich wegen des „Tags des Gedenkens an die Opfer im Straßenverkehr“ anberaumt worden, der seit einiger Zeit jeweils am dritten Sonntag im November abgehalten wird. Angesichts der Terroranschläge von Paris wurde sie dann teilweise umgewidmet: mit einer französischen Flagge, gehalten vom französischen Piloten Romain Grosjean, neben der Erinnerungstafel für die Verkehrsopfer. Bei der traditionellen Fahrerparade vor dem Start trugen die Piloten zudem schwarze Armbinden. Außerdem war an dem Truck, auf dem sich die Fahrer den Fans präsentierten, eine große französische Flagge mit Trauerflor drapiert.

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